Archiv für 30. Juli 2011
Im Rheintal statt im «sauberen Ländle» ins Bordell
Das faktische Prostitutionsverbot in Vorarlberg führt zur Häufung von Etablissements in St. Gallen

Hier kommt es vermutlich zur «Anbahnung» mit Prostituierten: in der Table-Dance-Bar «No 1» in Bregenz. (Bild: Karin Hofer/NZZ)
In Vorarlberg existiert kein einziges legales Bordell, weil keine Gemeinde eines bewilligt hat. Zuhälter, Prostituierte und Freier, welche sich nicht in die Illegalität begeben wollen, weichen ins grenznahe Rheintal aus.
«Das liegt an der Moral. Die Vorarlberger wollen ihr sauberes Ländle», antwortet die aus Bregenz stammende, aber im St. Galler Rheintal tätige Zuhälterin Cornelia Sallmayer auf die Frage, weshalb sich das faktische Prostitutionsverbot im westlichsten Bundesland Österreichs so wacker halte. In Vorarlberg ist gemäss Sittenpolizeigesetz die Ausübung der Prostitution nur in Bordellen, die über eine Bewilligung verfügen, gestattet. Diese Bewilligung «gewerbsmässiger Unzucht» erteilt der Gemeindevorstand, wie Peter Marte, Leiter der Landespressestelle Vorarlberg, erklärt. Und hier liegt das Problem: Grundsätzlich sind SPÖ, Grüne und FPÖ für legale Bordelle. Doch kaum ein Bürgermeister kann sich in seinem Dorf kontrollierte Prostitution vorstellen. Und wenn er es könnte, brauchte er immer noch die Mehrheit des Vorstands.
Freier schätzen das Rheintal
Weil man in Vorarlberg keine Chance hat, ein legales Bordell zu eröffnen, ist Cornelia Sallmayer in die Schweiz ausgewichen, nach Sennwald im Rheintal. Hier geht es pragmatischer zu und her in Sachen «ältestes Gewerbe». Statt Sexarbeit zu tabuisieren, wird offen darüber geredet. Das schätzt Sallmayer. «Die Zusammenarbeit mit den Behörden funktioniert sehr gut, solange man sich an die Regeln hält.» Freier aus Vorarlberg schätzten das Rheintal ebenso, da man hier erst eine Bar besuchen könne und es nicht sofort so intim werde wie in den Privatwohnungen der illegalen Bordelle in Vorarlberg, so Sallmeyer.
Doch dies ist nicht der einzige Grund. Wie Stefan Schlosser, stellvertretender Abteilungsleiter des Landespolizeikommandos Vorarlberg, ausführt, überqueren auch jene Freier die Schweizer Grenze, die sich nicht in den Bereich der Illegalität begeben wollen. Allerdings würden Freier in Vorarlberg gemäss Sittenpolizeigesetz nicht bestraft, wenn sie Dienstleistungen einer illegalen Prostituierten in Anspruch nähmen, so Schlosser. In der Schweiz ist das ähnlich. «Höchstens wegen Anstiftung zur Verwaltungsübertretung», mutmasst er. Etwas ungerecht sei das schon, fügt er an.
In der Grenzregion auf Schweizer Seite ist die Zahl der einschlägigen Vergnügungslokale wegen der Nachfrage von Vorarlbergern höher als anderswo. Laut Hans Peter Eugster, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, hat das faktische Prostitutionsverbot in Vorarlberg «tatsächlich eine gewisse Massierung von Salons, Etablissements und Bordellen im St. Galler Rheintal zur Folge». Die Bordelle seien gleichmässig verteilt zwischen den Ortschaften Au und Altstätten. Zudem seien vielfach österreichische Frauen als Grenzgängerinnen in diesen Betrieben angestellt, so Eugster.
Verschwiegene Realität
Schätzungsweise 30 Prostituierte aus Vorarlberg sind im Kanton St. Gallen tätig. Die Sexarbeiterinnen schätzten die Schweiz als Arbeitsort aufgrund der Bedingungen. Dies bestätigt auch Susanne Gresser, Sozialarbeiterin bei der kantonalen Beratungsstelle für Frauen im Sexgewerbe Maria Magdalena in St. Gallen. Solche Beratungsstellen existieren in Vorarlberg kaum. Man erhält den Eindruck, Prostitution gebe es in Vorarlberg nicht, zumindest aus offizieller Sicht nicht. Mit dem faktischen Verbot, das 1976 eingeführt worden war, glaubte man, das katholische Bundesland von «gewerbsmässiger Unzucht» reinhalten zu können. In den 1970er Jahren war Vorarlberg mit Zuhälterkämpfen konfrontiert, der Strassenstrich war sehr verbreitet. Ergebnis war das restriktive Gesetz. Die Prostitution gab es in Vorarlberg natürlich weiterhin, nur wurde sie in den Untergrund gedrängt. So existieren im Ländle schätzungsweise 70 bis 100 illegale Bordelle in Privatwohnungen, daneben etwa 23 offizielle Table-Dance-Lokale, in denen die Anbahnung für sexuelle Dienstleistungen erfolgt, was Stefan Schlosser bestätigt. Die Kontaktaufnahme geschieht zudem, wie Sallmayer und Schlosser übereinstimmend sagen, via Zeitungsinserate und Internet. – Die Illegalität hat unschöne Folgen für die Frauen. Wenn die Sexarbeiterinnen Opfer von Gewalt würden oder gar Verletzungen davontrügen, trauten sie sich nicht, die Polizei, die Gewaltschutzstelle oder einen Arzt aufzusuchen, so Gresser. Denn die Sexarbeiterinnen begehen durch das Anbieten ihrer Dienstleistung selber eine Verwaltungsübertretung und könnten mit einer Strafe von bis zu 2000 Euro oder einem bis zu sechs Wochen dauernden Arrest belegt werden. Seien es Bürgermeister, Sprecher vom Landeskriminalamt oder Sozialarbeiter, niemand will sich am offensichtlich heiklen Thema die Finger verbrennen. Es kommt höchstens in der Kultur zur Sprache, etwa im Bregenzer Theaterstück «Liebesdienste» oder im dazugehörigen Podium zum Thema «Sexarbeit – verschwiegene Realität in Vorarlberg» im Frühling 2010. Die Diskussion fand ironischerweise im «Freudenhaus» statt – einem Kulturprojekt.
Ruft man bei der einzigen auf Prostituierte ausgerichteten Anlaufstelle «Nana» in Bregenz an, die zur Suchtberatungsstelle gehört, sind die Angesprochenen nicht auskunftsfreudig. Eine Kontaktaufnahme bei der Gewaltschutzstelle Vorarlberg zeigt: Die Sprecherin kann sich nicht erinnern, dass sich bezüglich Übergriffen jemals eine Prostituierte gemeldet habe. Stefan Schlosser kennt beim Landeskriminalamt ebenfalls keinen solchen Fall. Er räumt allerdings ein, dass das Strafrecht im Vordergrund stünde, falls eine Sexarbeiterin Gewalt erfahren habe. Dann würde man die Frau als Opfer behandeln. Schlosser betont, dass man bei der Polizei «sicher keine Prostituierten jage», sondern den Fokus der Ermittlungen auf Zuhälterei und Menschenhandel lege. In diesem Bereich arbeite man auch mit den Schweizer Behörden zusammen. Fazit: Das Vorarlberger Gesetz ist restriktiv, die Polizei geht aber liberal mit der Materie um.
Legalisierung gefordert
Die Diskussion um eine Gesetzesänderung hat durch den jüngsten Fall von Menschenhandel wieder Auftrieb erhalten. Nach Angaben Schlossers wurden im Frühling zwei illegale Bordelle in Dornbirner Privatwohnungen ausgehoben. Zwei österreichische Zuhälterinnen mit Migrationshintergrund hatten dort 30 bis 40 Frauen aus Rumänien und Bulgarien beschäftigt. Nun fordern die Grünen die Legalisierung von Sexarbeit. Sie haben Ende Juni beim Landtag einen Antrag gestellt, das aus dem Jahr 1976 stammende Gesetz zu ändern. Sie fordern, Sexualdienstleistungen zu legalisieren, sozialen Schutz für Sexarbeiterinnen und die Bekämpfung des Frauenhandels. Katharina Wiesflecker, Abgeordnete der Vorarlberger Grünen, erachtet es als problematisch, «dass die Beteiligten illegal und völlig ungeschützt in Privatwohnungen arbeiten. Kein Mensch weiss, unter welchen Bedingungen sie dies tun müssen, ob Gewalt im Spiel ist oder ob unter den illegalen Prostituierten Minderjährige sind.» Für die Bevölkerung sei das Thema tabu – auch das solle sich künftig ändern, so Wiesflecker.
Landesrat Erich Schwärzler (ÖVP) ist skeptisch beim Punkt, dass nicht wie bis anhin die Gemeinden, sondern das Land für die Genehmigung von Bordellen zuständig sein soll. Der Tageszeitung «Standard» sagte er: «Das gehört auf die Gemeindeebene, weil die Gemeinden damit leben müssen.» Wiesflecker kann sich allerdings nach ersten Gesprächen vorstellen, dass die ÖVP bereit ist, das Gesetz zu ändern. Auch Susanne Gresser ist optimistisch bezüglich der Enttabuisierung von Sexarbeit in Vorarlberg. Einige zuständige Stellen hätten bereits schüchtern die Fühler nach St. Gallen ausgestreckt zwecks Zusammenarbeit.
Quelle: nzz.ch
Besuch im Bordell an der Flaßhofstraße in Oberhausen
Oberhausen. Ums Oberhausener Rotlicht-Viertel gibt’s immer wieder Knatsch. Markus H., Hausbesitzer an der Flaßhofstraße, führte Bürger aus Oberhausen durch das Viertel und ein Bordell, stand Rede und Antwort. Die älteste Prostituierte ist 66 Jahre alt.

Markus H. führte Bürger aus Oberhausen durch das Rotlicht-Viertel an der Flaßhofstraße und ein Bordell. Archivbild:: Ulla Michels
Warum ist denn da Stacheldraht auf der Mauer? Die Besucher wundern sich. Markus H. (40), Hausbesitzer an der Flaßhofstraße in Oberhausen, klärt seine Gäste direkt auf: „Wir hatten hier schon oft Einbrecher“, deutet er auf das Haus hinter der Mauer, in dem die Prostituierten ihre Zimmer haben. Und führt dabei eine Gruppe Oberhausener in das Sperrgebiet, das Bordellviertel Oberhausens.
Was die Besucher zu sehen bekommen: eine nüchterne Straße an einem Mittwochmorgen. Ein Haus, in dem gerade Reinigungskräfte fleißig bei der Arbeit sind. Wenn das Gros der Frauen gleich zum Dienst erscheint und die Freier erwartet werden, müssen schließlich alle Zimmer sauber sein.
Beim Weg in eines der oberen Stockwerke weist Markus H. auf die ausgetretenen Treppenstufen hin: „Hier sind schon viele Menschen hoch und runter gegangen“, sagt er. Seinen Gästen gestattet er einen Blick in eines der Zimmer. Derweil huschen immer wieder Prostituierte durch die Gänge. Bekleidet mit engen, schwarzen, durchsichtigen Netzanzügen oder knappen Miniröcken.
Arbeit mit Kondom
„Alle Zimmer sind standardmäßig“, erklärt der Hausherr über die recht schlichten, so gar nicht plüschigen Räume mit Dusche, Bidet, viel roter Farbe und zwei Alarmknöpfen für den Fall der Fälle, wenn Herren mal unangenehm werden. Markus H., dessen Vater als Seniorchef später dazu kommt, kennt manche der Damen, die hier arbeiten, schon seit 25 Jahren. Das Unternehmen H. ist ein Familienbetrieb. „Ich bin im Bordell aufgewachsen“, sagt der 40-Jährige, der in einem Schweizer Internat sein Abi machte, eine kaufmännische Lehre absolvierte und Wirtschaftswissenschaften studierte. Der Unternehmer erinnert sich, wie er als Kind für die Frauen zu Weihnachten Gedichte aufsagte und Engelchen bastelte.
Sein Vater, mittlerweile auch zur Gruppe gestoßen, erklärt wie viel Wert sie immer noch darauf legten, dass die Frauen mit Kondom arbeiten. Und er ergänzt: „Wir spenden auch für die Aids-Hilfe.“
Dann führen die Herren H. die Gäste in die Küche im Untergeschoss des Hauses, in der eine Wirtschafterin, sie arbeitet schon seit Ewigkeiten für die Familie, den Frauen Frühstück macht und Essen für sie kocht. Markus H.: „Hier dürfen normalerweise keine Männer rein.“ Denn hier laufen die Frauen auch schon mal in Pantoffeln rum, in Morgenmänteln, mit Lockenwicklern. H.: „Hier sind sie die normale Frau, die Hausfrau, Mutter, während oben den Männern eine Illusion verkauft wird, von der perfekten, der wunderschönen Frau.“ Und er erklärt auch, dass ein großer Teil der Männer, die zu ihnen kämen, verheiratet seien. Auch wenn die Prostitution gesetzlich legal ist, übe sie doch den Reiz des Verbotenen aus.
Furchtbare Schicksale
Ob die Straße gewachsen sei, will ein Gast wissen. Ja, das sei sie. Und wie alt sind die Frauen? „Bei uns im Schnitt 35 Jahre“, so Markus H.. Während er Fragen beantwortet, holt sich die älteste Prostituierte des Hauses, lange schwarze Haare, knapper knallenger schwarzer Mini, die 66 Jahre alt ist, einen Kaffee. Mustert die Besucher überrascht.
Ob sich der Altersdurchschnitt der Kunden erhöht hat? Markus H.: „Wir haben hier die gerade 18-Jährigen, die mal gucken wollen wie das in einem Bordell ist, bis hin zu Greisen, die am Stock gehen.“ Und dass die Gesellschaft immer älter werde, merke man schon. „Und immer fitter“, ergänzt Markus H.s Vater sofort. „Ich bin 72 und fit, ich habe auch noch eine junge Freundin.“
Wie das ist mit Zwangsprostitution, interessiert die Besucher natürlich. „Den einen oder anderen Fall gibt es auch bei uns“, geben die Männer zu. Sie würden aber eher sagen, dass 96 Prozent der Frauen freiwillig arbeiten. „Es gibt furchtbare Schicksale“, will Markus H. nichts beschönigen, aber es gebe auch die Frauen, die in dem Job glücklich seien. Manche Frauen machten sich später selbstständig, nennt er einige Gründe für den Job. Andere wollten eine schöne Schiffsreise für sich und ihren Mann finanzieren, manche seien alleinerziehend, andere arbeiteten halbtags als Sekretärin, verdienten sich was dazu.
Internet senkt Hemmschwelle
Wer die Preise macht, wollten die Besucher wissen. „Wir haben einen Grundpreis von 30 Euro“, erklärt Herr H. senior. Darüber hinaus können die Frauen an Geld nehmen, was sie wollen. „Und was ist, wenn eine Frau das Geld für das Zimmer nicht zahlen kann?“ Dann erhielte sie eine zweite Chance am nächsten Tag. Wer dann immer noch nicht flüssig sei, müsse ausziehen.
Die Oberhausener haben noch viele Fragen. Ob es auch hier einen Kampf um Marktanteile gebe? Herr H. senior dazu: „Einen Machtkampf wie in Hamburg oder Frankfurt gibt es bei uns nicht, die Hausbesitzer hier sind alle Deutsche.“ Türken hätten sich an der Flaßhofstraße mal „groß machen wollen. Da haben wir deren Mädchen nicht mehr genommen, da waren sie auch bald weg.“
Eine Frage interessiert die Mitglieder der Besuchergruppe schließlich noch: „Macht es Ihnen zu schaffen, dass die jungen Leute heute viel offener sind?“ „Natürlich“, sagt Markus H.. Heute sei es normal, sich im Internet zum Sex mit Unbekannten zu verabreden. Früher habe es auch keine Swinger-Communitys gegeben. Durch das Internet sänken die Hemmschwellen der Menschen, alle Arten von Perversionen würden gefördert. Der Familienvater Markus H. erklärt sich in diesem Fall für konservativ: „Es hat eine Veränderung in der Gesellschaft stattgefunden, die ich nicht gut finde.“
Quelle: derwesten.de
“Porno-Versicherung”: Ergo mahnt Online-Dienst ab
Bei seiner redaktionellen Berichterstattung über Ergo hatte das mittelständische Münchner Medienhaus auf seiner Internet-Plattform die Formulierungen “Porno-Versicherung” und “wegen eines Prostitutionsvorwurfs ins Zwielicht geratene Ergo-Gruppe” verwendet. Die Ergo-Anwälte sehen darin eine “üble Schmähung”, die “in nicht hinzunehmender Weise” das Unternehmenspersönlichkeitsrecht des Konzerns verletze. Ergo verlangt nun eine Unterlassungserklärung mit Vertragsstrafe. Für den anwaltlichen Aufwand sind laut Kostenaufstellung über 1000 Euro fällig.
Die Münchner Medienmacher reagierten prompt und schlugen Ergo “ohne Anerkennung einer Rechtspflicht” jeweils drei noch drastischere Alternativ-Formulierungen, darunter “wegen Vermittlung von Prostituierten an verdiente Mitarbeiter und Absetzung der Kosten als Betriebsausgaben”. Ob Ergo schon eine Wahl unter teilweise noch derberen Ausdrücken getroffen hat, ist noch nicht bekannt. Eine Anfrage von W&V Online blieb bislang unbeantwortet.
Im Mai war bekannt geworden, dass die Ergo-Tochter HMI rund 100 verdiente Vertriebsmitarbeiter und Top-Manager zu einer Sex-Party nach Budapest eingeladen hatte. Die Kosten von rund 83.000 Euro wurden anschließend beim Finanzamt als Betriebskosten geltend gemacht. Wegen der Affäre hatte der Konzern seine millionenschwere Dachmarken-Kampagne vorübergehend aussetzen müssen.
Quelle: wuv.de
Porno-Malheur im Malheft
Da machten die Hobbykünstler wohl grosse Augen: Im Malheft fanden sie zwischen Anleitungen und Vorlagen – Hardcore-Pornobilder! Der Fehler passierte in der Druckerei.

In der Bildlegende steht, dass man das Hauptmotiv ausarbeiten und die Schatten akzentuieren solle - damit dürfte allerdings wohl nicht die Abbildung auf der linken Seite gemeint sein.
Camille* wollte ihren beiden 10- und 16-jährigen Töchtern den langen Flug in die Ferien versüssen und kaufte ihnen am Kiosk ein Malheft, das den Hobbykünstlern laut Eigenwerbung «Schritt für Schritt das Zeichnen beibringt». Zuhause dann die unangenehme Entdeckung: Wie die «Tribune de Genève» berichtet, fanden sich darin – eingebettet in Erklärungen zur perfekten Portrait- und Skizzen-Technik – rund 20 Seiten mit eindeutig pornografischem Inhalt.
Will das Zeichenmagazin seinen Lesern nicht nur den stilvollen Pinselschwung, sondern – auf eine zugegeben derbe Art – gleich auch noch die Spielarten der menschlichen Sexualität näherbringen? Die Wahrheit ist profaner: «Wir suchen derzeit noch die genaue Fehlerquelle», sagt Manuel Ornato, Publikationsdirektor beim Pariser Verlag Multimedia Press. «Das Missgeschick ist aber mit Sicherheit in der Druckerei passiert.» Diese publiziert neben Jagd-, Kinder- und Naturzeitschriften auch Porno-Magazine – wobei offenbar die verschiedenen Papierzufuhren nicht richtig bestückt wurden.
«Probleme bei der Kontrolle»
Laut Ornato sind beim Druckprozess schon mehrfach Fehler passiert, es habe sich bis anhin aber immer um Bagatellen wie die Umdrehung einzelner Seiten gehandelt. Der vorliegende Fall sei da natürlich «ungleich beschämender», so der Direktor. Es sei offensichtlich, dass bei der Kontrollprozedur in der Druckerei Probleme bestünden.
Wie viele Exemplare ein unfreiwilliges Porno-Extra erhielten, ist schwer zu eruieren. Die Gesamtauflage des Malhefts beträgt über 10 000 Stück, betroffen dürften aber wohl nur einige Dutzend Hefte sein, die am Anfang und am Ende des Druckprozesses abgefertigt wurden. Wer nun zum Kiosk eilt, um zwischen unscheinbaren Malseiten etwas nackte Haut zu erhaschen, dürfte dennoch zu spät kommen: «Wir ziehen alle Exemplare des Magazins aus dem Verkauf und werden jedes Einzelne überprüfen», sagt Maria Fabbi-Alfonso, Mediensprecherin bei der welschen Vertriebsfirma Naville.
* Name verändert.
Quelle: 20min.ch






















