Archiv für Juli 2011
Im Rheintal statt im «sauberen Ländle» ins Bordell
Das faktische Prostitutionsverbot in Vorarlberg führt zur Häufung von Etablissements in St. Gallen

Hier kommt es vermutlich zur «Anbahnung» mit Prostituierten: in der Table-Dance-Bar «No 1» in Bregenz. (Bild: Karin Hofer/NZZ)
In Vorarlberg existiert kein einziges legales Bordell, weil keine Gemeinde eines bewilligt hat. Zuhälter, Prostituierte und Freier, welche sich nicht in die Illegalität begeben wollen, weichen ins grenznahe Rheintal aus.
«Das liegt an der Moral. Die Vorarlberger wollen ihr sauberes Ländle», antwortet die aus Bregenz stammende, aber im St. Galler Rheintal tätige Zuhälterin Cornelia Sallmayer auf die Frage, weshalb sich das faktische Prostitutionsverbot im westlichsten Bundesland Österreichs so wacker halte. In Vorarlberg ist gemäss Sittenpolizeigesetz die Ausübung der Prostitution nur in Bordellen, die über eine Bewilligung verfügen, gestattet. Diese Bewilligung «gewerbsmässiger Unzucht» erteilt der Gemeindevorstand, wie Peter Marte, Leiter der Landespressestelle Vorarlberg, erklärt. Und hier liegt das Problem: Grundsätzlich sind SPÖ, Grüne und FPÖ für legale Bordelle. Doch kaum ein Bürgermeister kann sich in seinem Dorf kontrollierte Prostitution vorstellen. Und wenn er es könnte, brauchte er immer noch die Mehrheit des Vorstands.
Freier schätzen das Rheintal
Weil man in Vorarlberg keine Chance hat, ein legales Bordell zu eröffnen, ist Cornelia Sallmayer in die Schweiz ausgewichen, nach Sennwald im Rheintal. Hier geht es pragmatischer zu und her in Sachen «ältestes Gewerbe». Statt Sexarbeit zu tabuisieren, wird offen darüber geredet. Das schätzt Sallmayer. «Die Zusammenarbeit mit den Behörden funktioniert sehr gut, solange man sich an die Regeln hält.» Freier aus Vorarlberg schätzten das Rheintal ebenso, da man hier erst eine Bar besuchen könne und es nicht sofort so intim werde wie in den Privatwohnungen der illegalen Bordelle in Vorarlberg, so Sallmeyer.
Doch dies ist nicht der einzige Grund. Wie Stefan Schlosser, stellvertretender Abteilungsleiter des Landespolizeikommandos Vorarlberg, ausführt, überqueren auch jene Freier die Schweizer Grenze, die sich nicht in den Bereich der Illegalität begeben wollen. Allerdings würden Freier in Vorarlberg gemäss Sittenpolizeigesetz nicht bestraft, wenn sie Dienstleistungen einer illegalen Prostituierten in Anspruch nähmen, so Schlosser. In der Schweiz ist das ähnlich. «Höchstens wegen Anstiftung zur Verwaltungsübertretung», mutmasst er. Etwas ungerecht sei das schon, fügt er an.
In der Grenzregion auf Schweizer Seite ist die Zahl der einschlägigen Vergnügungslokale wegen der Nachfrage von Vorarlbergern höher als anderswo. Laut Hans Peter Eugster, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, hat das faktische Prostitutionsverbot in Vorarlberg «tatsächlich eine gewisse Massierung von Salons, Etablissements und Bordellen im St. Galler Rheintal zur Folge». Die Bordelle seien gleichmässig verteilt zwischen den Ortschaften Au und Altstätten. Zudem seien vielfach österreichische Frauen als Grenzgängerinnen in diesen Betrieben angestellt, so Eugster.
Verschwiegene Realität
Schätzungsweise 30 Prostituierte aus Vorarlberg sind im Kanton St. Gallen tätig. Die Sexarbeiterinnen schätzten die Schweiz als Arbeitsort aufgrund der Bedingungen. Dies bestätigt auch Susanne Gresser, Sozialarbeiterin bei der kantonalen Beratungsstelle für Frauen im Sexgewerbe Maria Magdalena in St. Gallen. Solche Beratungsstellen existieren in Vorarlberg kaum. Man erhält den Eindruck, Prostitution gebe es in Vorarlberg nicht, zumindest aus offizieller Sicht nicht. Mit dem faktischen Verbot, das 1976 eingeführt worden war, glaubte man, das katholische Bundesland von «gewerbsmässiger Unzucht» reinhalten zu können. In den 1970er Jahren war Vorarlberg mit Zuhälterkämpfen konfrontiert, der Strassenstrich war sehr verbreitet. Ergebnis war das restriktive Gesetz. Die Prostitution gab es in Vorarlberg natürlich weiterhin, nur wurde sie in den Untergrund gedrängt. So existieren im Ländle schätzungsweise 70 bis 100 illegale Bordelle in Privatwohnungen, daneben etwa 23 offizielle Table-Dance-Lokale, in denen die Anbahnung für sexuelle Dienstleistungen erfolgt, was Stefan Schlosser bestätigt. Die Kontaktaufnahme geschieht zudem, wie Sallmayer und Schlosser übereinstimmend sagen, via Zeitungsinserate und Internet. – Die Illegalität hat unschöne Folgen für die Frauen. Wenn die Sexarbeiterinnen Opfer von Gewalt würden oder gar Verletzungen davontrügen, trauten sie sich nicht, die Polizei, die Gewaltschutzstelle oder einen Arzt aufzusuchen, so Gresser. Denn die Sexarbeiterinnen begehen durch das Anbieten ihrer Dienstleistung selber eine Verwaltungsübertretung und könnten mit einer Strafe von bis zu 2000 Euro oder einem bis zu sechs Wochen dauernden Arrest belegt werden. Seien es Bürgermeister, Sprecher vom Landeskriminalamt oder Sozialarbeiter, niemand will sich am offensichtlich heiklen Thema die Finger verbrennen. Es kommt höchstens in der Kultur zur Sprache, etwa im Bregenzer Theaterstück «Liebesdienste» oder im dazugehörigen Podium zum Thema «Sexarbeit – verschwiegene Realität in Vorarlberg» im Frühling 2010. Die Diskussion fand ironischerweise im «Freudenhaus» statt – einem Kulturprojekt.
Ruft man bei der einzigen auf Prostituierte ausgerichteten Anlaufstelle «Nana» in Bregenz an, die zur Suchtberatungsstelle gehört, sind die Angesprochenen nicht auskunftsfreudig. Eine Kontaktaufnahme bei der Gewaltschutzstelle Vorarlberg zeigt: Die Sprecherin kann sich nicht erinnern, dass sich bezüglich Übergriffen jemals eine Prostituierte gemeldet habe. Stefan Schlosser kennt beim Landeskriminalamt ebenfalls keinen solchen Fall. Er räumt allerdings ein, dass das Strafrecht im Vordergrund stünde, falls eine Sexarbeiterin Gewalt erfahren habe. Dann würde man die Frau als Opfer behandeln. Schlosser betont, dass man bei der Polizei «sicher keine Prostituierten jage», sondern den Fokus der Ermittlungen auf Zuhälterei und Menschenhandel lege. In diesem Bereich arbeite man auch mit den Schweizer Behörden zusammen. Fazit: Das Vorarlberger Gesetz ist restriktiv, die Polizei geht aber liberal mit der Materie um.
Legalisierung gefordert
Die Diskussion um eine Gesetzesänderung hat durch den jüngsten Fall von Menschenhandel wieder Auftrieb erhalten. Nach Angaben Schlossers wurden im Frühling zwei illegale Bordelle in Dornbirner Privatwohnungen ausgehoben. Zwei österreichische Zuhälterinnen mit Migrationshintergrund hatten dort 30 bis 40 Frauen aus Rumänien und Bulgarien beschäftigt. Nun fordern die Grünen die Legalisierung von Sexarbeit. Sie haben Ende Juni beim Landtag einen Antrag gestellt, das aus dem Jahr 1976 stammende Gesetz zu ändern. Sie fordern, Sexualdienstleistungen zu legalisieren, sozialen Schutz für Sexarbeiterinnen und die Bekämpfung des Frauenhandels. Katharina Wiesflecker, Abgeordnete der Vorarlberger Grünen, erachtet es als problematisch, «dass die Beteiligten illegal und völlig ungeschützt in Privatwohnungen arbeiten. Kein Mensch weiss, unter welchen Bedingungen sie dies tun müssen, ob Gewalt im Spiel ist oder ob unter den illegalen Prostituierten Minderjährige sind.» Für die Bevölkerung sei das Thema tabu – auch das solle sich künftig ändern, so Wiesflecker.
Landesrat Erich Schwärzler (ÖVP) ist skeptisch beim Punkt, dass nicht wie bis anhin die Gemeinden, sondern das Land für die Genehmigung von Bordellen zuständig sein soll. Der Tageszeitung «Standard» sagte er: «Das gehört auf die Gemeindeebene, weil die Gemeinden damit leben müssen.» Wiesflecker kann sich allerdings nach ersten Gesprächen vorstellen, dass die ÖVP bereit ist, das Gesetz zu ändern. Auch Susanne Gresser ist optimistisch bezüglich der Enttabuisierung von Sexarbeit in Vorarlberg. Einige zuständige Stellen hätten bereits schüchtern die Fühler nach St. Gallen ausgestreckt zwecks Zusammenarbeit.
Quelle: nzz.ch
Besuch im Bordell an der Flaßhofstraße in Oberhausen
Oberhausen. Ums Oberhausener Rotlicht-Viertel gibt’s immer wieder Knatsch. Markus H., Hausbesitzer an der Flaßhofstraße, führte Bürger aus Oberhausen durch das Viertel und ein Bordell, stand Rede und Antwort. Die älteste Prostituierte ist 66 Jahre alt.

Markus H. führte Bürger aus Oberhausen durch das Rotlicht-Viertel an der Flaßhofstraße und ein Bordell. Archivbild:: Ulla Michels
Warum ist denn da Stacheldraht auf der Mauer? Die Besucher wundern sich. Markus H. (40), Hausbesitzer an der Flaßhofstraße in Oberhausen, klärt seine Gäste direkt auf: „Wir hatten hier schon oft Einbrecher“, deutet er auf das Haus hinter der Mauer, in dem die Prostituierten ihre Zimmer haben. Und führt dabei eine Gruppe Oberhausener in das Sperrgebiet, das Bordellviertel Oberhausens.
Was die Besucher zu sehen bekommen: eine nüchterne Straße an einem Mittwochmorgen. Ein Haus, in dem gerade Reinigungskräfte fleißig bei der Arbeit sind. Wenn das Gros der Frauen gleich zum Dienst erscheint und die Freier erwartet werden, müssen schließlich alle Zimmer sauber sein.
Beim Weg in eines der oberen Stockwerke weist Markus H. auf die ausgetretenen Treppenstufen hin: „Hier sind schon viele Menschen hoch und runter gegangen“, sagt er. Seinen Gästen gestattet er einen Blick in eines der Zimmer. Derweil huschen immer wieder Prostituierte durch die Gänge. Bekleidet mit engen, schwarzen, durchsichtigen Netzanzügen oder knappen Miniröcken.
Arbeit mit Kondom
„Alle Zimmer sind standardmäßig“, erklärt der Hausherr über die recht schlichten, so gar nicht plüschigen Räume mit Dusche, Bidet, viel roter Farbe und zwei Alarmknöpfen für den Fall der Fälle, wenn Herren mal unangenehm werden. Markus H., dessen Vater als Seniorchef später dazu kommt, kennt manche der Damen, die hier arbeiten, schon seit 25 Jahren. Das Unternehmen H. ist ein Familienbetrieb. „Ich bin im Bordell aufgewachsen“, sagt der 40-Jährige, der in einem Schweizer Internat sein Abi machte, eine kaufmännische Lehre absolvierte und Wirtschaftswissenschaften studierte. Der Unternehmer erinnert sich, wie er als Kind für die Frauen zu Weihnachten Gedichte aufsagte und Engelchen bastelte.
Sein Vater, mittlerweile auch zur Gruppe gestoßen, erklärt wie viel Wert sie immer noch darauf legten, dass die Frauen mit Kondom arbeiten. Und er ergänzt: „Wir spenden auch für die Aids-Hilfe.“
Dann führen die Herren H. die Gäste in die Küche im Untergeschoss des Hauses, in der eine Wirtschafterin, sie arbeitet schon seit Ewigkeiten für die Familie, den Frauen Frühstück macht und Essen für sie kocht. Markus H.: „Hier dürfen normalerweise keine Männer rein.“ Denn hier laufen die Frauen auch schon mal in Pantoffeln rum, in Morgenmänteln, mit Lockenwicklern. H.: „Hier sind sie die normale Frau, die Hausfrau, Mutter, während oben den Männern eine Illusion verkauft wird, von der perfekten, der wunderschönen Frau.“ Und er erklärt auch, dass ein großer Teil der Männer, die zu ihnen kämen, verheiratet seien. Auch wenn die Prostitution gesetzlich legal ist, übe sie doch den Reiz des Verbotenen aus.
Furchtbare Schicksale
Ob die Straße gewachsen sei, will ein Gast wissen. Ja, das sei sie. Und wie alt sind die Frauen? „Bei uns im Schnitt 35 Jahre“, so Markus H.. Während er Fragen beantwortet, holt sich die älteste Prostituierte des Hauses, lange schwarze Haare, knapper knallenger schwarzer Mini, die 66 Jahre alt ist, einen Kaffee. Mustert die Besucher überrascht.
Ob sich der Altersdurchschnitt der Kunden erhöht hat? Markus H.: „Wir haben hier die gerade 18-Jährigen, die mal gucken wollen wie das in einem Bordell ist, bis hin zu Greisen, die am Stock gehen.“ Und dass die Gesellschaft immer älter werde, merke man schon. „Und immer fitter“, ergänzt Markus H.s Vater sofort. „Ich bin 72 und fit, ich habe auch noch eine junge Freundin.“
Wie das ist mit Zwangsprostitution, interessiert die Besucher natürlich. „Den einen oder anderen Fall gibt es auch bei uns“, geben die Männer zu. Sie würden aber eher sagen, dass 96 Prozent der Frauen freiwillig arbeiten. „Es gibt furchtbare Schicksale“, will Markus H. nichts beschönigen, aber es gebe auch die Frauen, die in dem Job glücklich seien. Manche Frauen machten sich später selbstständig, nennt er einige Gründe für den Job. Andere wollten eine schöne Schiffsreise für sich und ihren Mann finanzieren, manche seien alleinerziehend, andere arbeiteten halbtags als Sekretärin, verdienten sich was dazu.
Internet senkt Hemmschwelle
Wer die Preise macht, wollten die Besucher wissen. „Wir haben einen Grundpreis von 30 Euro“, erklärt Herr H. senior. Darüber hinaus können die Frauen an Geld nehmen, was sie wollen. „Und was ist, wenn eine Frau das Geld für das Zimmer nicht zahlen kann?“ Dann erhielte sie eine zweite Chance am nächsten Tag. Wer dann immer noch nicht flüssig sei, müsse ausziehen.
Die Oberhausener haben noch viele Fragen. Ob es auch hier einen Kampf um Marktanteile gebe? Herr H. senior dazu: „Einen Machtkampf wie in Hamburg oder Frankfurt gibt es bei uns nicht, die Hausbesitzer hier sind alle Deutsche.“ Türken hätten sich an der Flaßhofstraße mal „groß machen wollen. Da haben wir deren Mädchen nicht mehr genommen, da waren sie auch bald weg.“
Eine Frage interessiert die Mitglieder der Besuchergruppe schließlich noch: „Macht es Ihnen zu schaffen, dass die jungen Leute heute viel offener sind?“ „Natürlich“, sagt Markus H.. Heute sei es normal, sich im Internet zum Sex mit Unbekannten zu verabreden. Früher habe es auch keine Swinger-Communitys gegeben. Durch das Internet sänken die Hemmschwellen der Menschen, alle Arten von Perversionen würden gefördert. Der Familienvater Markus H. erklärt sich in diesem Fall für konservativ: „Es hat eine Veränderung in der Gesellschaft stattgefunden, die ich nicht gut finde.“
Quelle: derwesten.de
“Porno-Versicherung”: Ergo mahnt Online-Dienst ab
Bei seiner redaktionellen Berichterstattung über Ergo hatte das mittelständische Münchner Medienhaus auf seiner Internet-Plattform die Formulierungen “Porno-Versicherung” und “wegen eines Prostitutionsvorwurfs ins Zwielicht geratene Ergo-Gruppe” verwendet. Die Ergo-Anwälte sehen darin eine “üble Schmähung”, die “in nicht hinzunehmender Weise” das Unternehmenspersönlichkeitsrecht des Konzerns verletze. Ergo verlangt nun eine Unterlassungserklärung mit Vertragsstrafe. Für den anwaltlichen Aufwand sind laut Kostenaufstellung über 1000 Euro fällig.
Die Münchner Medienmacher reagierten prompt und schlugen Ergo “ohne Anerkennung einer Rechtspflicht” jeweils drei noch drastischere Alternativ-Formulierungen, darunter “wegen Vermittlung von Prostituierten an verdiente Mitarbeiter und Absetzung der Kosten als Betriebsausgaben”. Ob Ergo schon eine Wahl unter teilweise noch derberen Ausdrücken getroffen hat, ist noch nicht bekannt. Eine Anfrage von W&V Online blieb bislang unbeantwortet.
Im Mai war bekannt geworden, dass die Ergo-Tochter HMI rund 100 verdiente Vertriebsmitarbeiter und Top-Manager zu einer Sex-Party nach Budapest eingeladen hatte. Die Kosten von rund 83.000 Euro wurden anschließend beim Finanzamt als Betriebskosten geltend gemacht. Wegen der Affäre hatte der Konzern seine millionenschwere Dachmarken-Kampagne vorübergehend aussetzen müssen.
Quelle: wuv.de
Porno-Malheur im Malheft
Da machten die Hobbykünstler wohl grosse Augen: Im Malheft fanden sie zwischen Anleitungen und Vorlagen – Hardcore-Pornobilder! Der Fehler passierte in der Druckerei.

In der Bildlegende steht, dass man das Hauptmotiv ausarbeiten und die Schatten akzentuieren solle - damit dürfte allerdings wohl nicht die Abbildung auf der linken Seite gemeint sein.
Camille* wollte ihren beiden 10- und 16-jährigen Töchtern den langen Flug in die Ferien versüssen und kaufte ihnen am Kiosk ein Malheft, das den Hobbykünstlern laut Eigenwerbung «Schritt für Schritt das Zeichnen beibringt». Zuhause dann die unangenehme Entdeckung: Wie die «Tribune de Genève» berichtet, fanden sich darin – eingebettet in Erklärungen zur perfekten Portrait- und Skizzen-Technik – rund 20 Seiten mit eindeutig pornografischem Inhalt.
Will das Zeichenmagazin seinen Lesern nicht nur den stilvollen Pinselschwung, sondern – auf eine zugegeben derbe Art – gleich auch noch die Spielarten der menschlichen Sexualität näherbringen? Die Wahrheit ist profaner: «Wir suchen derzeit noch die genaue Fehlerquelle», sagt Manuel Ornato, Publikationsdirektor beim Pariser Verlag Multimedia Press. «Das Missgeschick ist aber mit Sicherheit in der Druckerei passiert.» Diese publiziert neben Jagd-, Kinder- und Naturzeitschriften auch Porno-Magazine – wobei offenbar die verschiedenen Papierzufuhren nicht richtig bestückt wurden.
«Probleme bei der Kontrolle»
Laut Ornato sind beim Druckprozess schon mehrfach Fehler passiert, es habe sich bis anhin aber immer um Bagatellen wie die Umdrehung einzelner Seiten gehandelt. Der vorliegende Fall sei da natürlich «ungleich beschämender», so der Direktor. Es sei offensichtlich, dass bei der Kontrollprozedur in der Druckerei Probleme bestünden.
Wie viele Exemplare ein unfreiwilliges Porno-Extra erhielten, ist schwer zu eruieren. Die Gesamtauflage des Malhefts beträgt über 10 000 Stück, betroffen dürften aber wohl nur einige Dutzend Hefte sein, die am Anfang und am Ende des Druckprozesses abgefertigt wurden. Wer nun zum Kiosk eilt, um zwischen unscheinbaren Malseiten etwas nackte Haut zu erhaschen, dürfte dennoch zu spät kommen: «Wir ziehen alle Exemplare des Magazins aus dem Verkauf und werden jedes Einzelne überprüfen», sagt Maria Fabbi-Alfonso, Mediensprecherin bei der welschen Vertriebsfirma Naville.
* Name verändert.
Quelle: 20min.ch
Sex auf Bestellung in Schweizer Altersheimen
Die Lust auf Sex und Zärtlichkeit vergeht im Alter nicht. Viele Altersheime stehen damit vor einem besonderen Problem: Einige Bewohner belästigen mit ihrem Verlangen nach Zärtlichkeit die Pflegerinnen. Immer mehr Heime setzen deshalb auf Liebesdienste von aussen und engagieren für ihre Bewohner so genannte Berührerinnen oder Prostituierte.
Böse meinen es die älteren Herrschaften wohl nicht, wenn sie die junge Pflegerin mit anzüglichen Komplimenten überhäufen – oder sie gar an intimen Stellen berühren. Das Thema ist beim Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK hinreichend bekannt. Sexualität im hohen Alter ist nach wie vor ein Tabuthema.
Vor allem ältere Männer, welche ihre sexuellen Bedürfnisse nicht ausleben könnten, würden aggressiv gegenüber dem Pflegepersonal oder den Mitbewohnern, sagt auch Brigitte Meister vom Altersheim Doldertal in Zürich, das vor allem demente Menschen betreut: «Das tolerieren wir nicht.»
Keine Berührungsängste bei den Altersheimen
Seit einigen Jahren arbeitet das Heim deshalb mit einer so genannten Berührerin zusammen. Einen rechtlichen Unterschied zwischen Berüherinnen und Prostituierten gibt es nicht. Die Frau wird von der Heimleitung aufgeboten, wenn ein Bewohner das Bedürfnis hat – falls der Betroffene unter Vormundschaft steht auch in Absprache mit den Angehörigen. Zwei Mal seien Angehörige oder Beistände gegen die Berührerin gewesen – dies habe zu grossen Problemen geführt, weil die Betroffenen ihre Lust nicht hätten ausleben können und Pflegerinnen betatscht hätten.
Einmal hätte ein Mitarbeiter ausserdem einen Heimbewohner an die Zürcher Langstrasse begleitet. Während des Besuchs des alten Mannes bei der Prostituierten habe der Pfleger in einem Café gewartet. Doch dies sei für ihn eine komische Situation gewesen, sagt Brigitte Meister. Künftig sollten Angehörige die Heimbewohner begleiten.
Praktisch alle Altersheime, die von «tagesschau.sf.tv» angefragt wurden, können sich eine Zusammenarbeit mit einer Berührerin oder Prostituierten vorstellen. Bereits umgesetzt hat diese Idee auch ein Alterszentrum im Kanton Aargau, wie dessen Leiterin sagt. In diesem Fall hatte ein Bewohner das Bedürfnis nach sexueller Befriedigung geäussert und die Heimleitung hat für ihn eine Person gesucht, die ihm diese Wünsche erfüllt.
Die Krux mit der Potenz
Gestossen ist sie dabei auf die Berührerin Soluna aus der Region Basel. Ihre Ausbildung absolvierte sie vor einigen Jahren mit dem Ziel, Menschen mit Behinderungen sexuell zu betreuen. Doch auch die Altersheime seien froh um ihr Angebot. «In 95 Prozent der Fälle ist es das Heim, das mich anruft», erzählt sie «tagesschau.sf.tv». Vereinzelt werde sie von den älteren Männern auch direkt kontaktiert. Die Angehörigen würden nur involviert, wenn die Finanzierung über diese laufe, sagt Soluna.
Die ehemalige Krankenschwester und Sterbebegleiterin geht ganz individuell auf die Bedürfnisse ihrer älteren Kundschaft ein. Soluna sieht sich als Ergänzung zu einer Prostituierten, keinesfalls als Gegensatz. Ihr geht es um den ganzen Menschen. Sie will die Sexualität da erlebbar machen, wo es körperlich vielleicht gar nicht mehr möglich ist –eine Alternative aufzeigen, die genauso befriedigend sein kann wie der Beischlaf an sich. Weiter sensibilisiert Soluna das interessierte Betreuungs- und Pflegepersonal in Vorträgen und Workshop auf das Thema.
Wichtig ist für die Heimleitungen, dass die Person den richtigen Umgang mit den Bewohnern findet. «Doch auch mit einer Prostituierten hätte ich kein Problem, wenn ich im Vorfeld informiert wäre», sagt die Aargauer Zentrumsleiterin.
Doch nicht alle gehen mit der Sexualität im Alter gleich offen um. Die Berner Prostituierte Mercedes hat versucht, ihre Dienste in Altersheimen anzubieten. «Die Heime hatten kein Problem mit dieser Idee», sagt sie. «Aber die Angehörigen!» Diese hätten nicht gewollt, dass ihre betagten Eltern ihr Geld für eine Prostituierte ausgeben.
Nicht die Augen verschliessen
Dennoch hat sie gute Erfahrungen gemacht mit ihrer Art der Betagten-Betreuung im Altersheim. Einmal habe sie einen Kunden gehabt, den sie jeden Freitag abgeholt habe. «Er hat sich immer darauf gefreut – mal waren wir bei McDonalds, mal haben wir einen Film geschaut.» Einige Male habe es auch eine Massage – es «Massäschli», wie sie sagt – gegeben. Den älteren Herren gehe es gar nicht in erster Linie um Sex. Sie wollten vielmehr Gesellschaft.
Oftmals waren es die Angehörigen, welche ihre Bedenken äusserten. Die Heime selber seien viel offener dem Thema gegenüber als noch vor 10 oder 15 Jahren, sagt die Aargauer Zentrumsleiterin.
Trotz aller Offenheit: Die Privatsphäre während eines Besuchs der Berührerin wird gewahrt. Brigitte Meister erzählt, der Heimbewohner würde vorab gebadet, rasiert und in seine schönsten Sachen gekleidet. Die Zimmertür bleibt dann verschlossen. Den Erfolg des Besuchs lasse sich am Befinden des Mannes ableiten – immer sei er ruhig, gelöst und zufrieden.
Die Altersheime wollen ihren Bewohnern ein Grundrecht, die Befriedigung ihrer sexuellen Bedürfnisse, ermöglichen. Auch Liebesbeziehungen seien in ihrem Haus kein Problem, betont die Zentrumsleiterin aus dem Aargau. «Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen – Sex hört nicht einfach mit 65 auf.»
Quelle: tagesschau.sf.tv
Noch halb so viele Strassenstrich-Bescheinigungen

Ausländerinnen, die in Zürich auf dem Strassenstrich arbeiten wollen, müssen bei der Stadtpolizei vortraben. (Bild: Christian Beutler/NZZ)
Noch vor Inkrafttreten der neuen Prostitutions-gewerbe-verordnung hat die Stadtpolizei ein zusätzliches Prüfungsverfahren für Prostituierte eingeführt. Seither stehen weniger Frauen am Sihlquai – doch es ist unklar, was mit den Abgewiesenen passiert.
Seit dem 6. Juni, also seit bald zwei Monaten, gilt für die Prostituierten aus den EU-Staaten, die in der Stadt Zürich auf dem Strassenstrich ihrem Gewerbe nachgehen möchten, ein neues Prozedere. Sie dürfen sich nicht mehr direkt ans Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) wenden, um dort am Schalter eine Meldebestätigung zu erlangen, sondern müssen vorher bei der Stadtpolizei vortraben. Am Montagmorgen werden jeweils die Ungarinnen empfangen, am Dienstagmorgen die Frauen aus den übrigen EU-Ländern.
Prüfung auf Herz und Nieren
Wer Pech hat und zur falschen Zeit nach Zürich einreist, wartet also eine Woche lang und darf nicht arbeiten. Die Prostituierten müssen bei der Stadtpolizei unter anderem den Nachweis für eine in der Schweiz anerkannte Krankenversicherung vorlegen sowie ein ausgefülltes Meldeformular und einen ausgefüllten Fragebogen. Nur wer die erforderlichen Unterlagen lückenlos vorweisen kann, wird zu einem rund einstündigen Gespräch vorgeladen, bei dem Mitarbeiter der Fachgruppe Milieu-Sexualdelikte zusammen mit Dolmetschern herauszufinden versuchen, ob die Frauen selbständig und selbstbestimmt als Prostituierte tätig sind – oder tätig sein wollen. Wie dies erfragt werden kann, das verrät die Stadtpolizei nicht. Sie gibt jedoch die Zahlen der ersten knapp zwei Monate bekannt: Seit dem 6. Juni hätten sich rund 80 Frauen gemeldet, wovon 60 zu einem Gespräch eingeladen worden seien. Die meisten Frauen stammten aus Ungarn, vor Bulgarien und Rumänien. Und von diesen 60 Frauen, die auf Herz und Nieren geprüft wurden, erhielten 38 eine Empfehlung zuhanden des Amts für Wirtschaft und Arbeit. Das bedeutet, dass es mehr als der Hälfte der anfragenden ausländischen Frauen (80) verwehrt wurde, in der Stadt Zürich als Strassenprostituierte zu arbeiten. Die Stadtpolizei teilte am Mittwoch auf Anfrage mit, dass zu Beginn des neuen Überprüfungs-Regimes bei einem Grossteil der Frauen der Nachweis der Krankenversicherung gefehlt habe. Nur selten seien Zweifel über die Selbständigkeit der Frauen aufgekommen; in diesen Fällen werde versucht, nochmals ein Gespräch zu führen. Die Stadtpolizei betont zudem, man mache alle Frauen auf ihre Rechte und Pflichten aufmerksam und drücke ihnen einen Flyer der einschlägigen Beratungsstellen in die Hand. Auf die Frage, was mit den abgewiesenen Prostituierten geschehe, antwortet die Stadtpolizei: «Wir gehen davon aus, dass die Frauen abreisen.» Sie würden nur selten ohne Meldebescheinigung bei der Arbeit in Strassenstrichzonen angetroffen. Grundsätzlich dürfen Prostituierte aus den EU-Ländern in der Schweiz ihrem Gewerbe nachgehen. Erfüllen sie jedoch die Meldepflichten nicht, begehen sie eine Übertretung und werden gebüsst.
Anzeige: Doro Winkler von der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) gibt zu bedenken, dass abgewiesene Prostituierte nicht einfach wieder ausreisen könnten, weil sie für die Einreise in die Schweiz bereits erhebliche Kosten auf sich nehmen mussten und sich allenfalls Dritten gegenüber verschuldeten. Die FIZ befürchtet, dass diese Frauen im Verborgenen und unter prekären Bedingungen als Prostituierte tätig sind – eben ohne die notwendigen Bewilligungen. Die neue Vorprüfung durch die Polizei, so Winkler, stelle deshalb keine Schutzmassnahme dar.
Die meisten arbeiten im Klub
Beim Amt für Wirtschaft und Arbeit ist die polizeiliche Sofortmassnahme, die noch vor Inkrafttreten der Prostitutionsgewerbeverordnung eingeführt wurde, deutlich spürbar. Am AWA-Schalter meldeten sich im Juni 18 Frauen, die am Strassenstrich tätig sein wollten, wovon 16 eine Meldebescheinigung erhielten und 2 abgewiesen wurden. Im laufenden Monat waren es 21 Frauen, wovon 3 einen negativen Bescheid erhielten. Das sind ziemlich genau halb so viele Anfragen wie im Vorjahr. Zu den Gründen für die Absagen meinte AWA-Sprecherin Irene Tschopp, es seien wohl zum Teil die erlaubten 90 Tage bereits ausgeschöpft worden, oder aber es hätten sich Prostituierte gemeldet, die keine Empfehlung der Stadtpolizei vorweisen konnten. Tschopp macht darauf aufmerksam, dass – wie jedes Jahr – der weitaus grösste Teil der anfragenden Prostituierten in Bordellen tätig sei und nicht auf der Strasse: Im laufenden Monat waren dies bisher 139 Frauen.
Bauausschreibung für Strichplatz publiziert
Am Mittwoch sind im «Tagblatt der Stadt Zürich» einerseits die geplanten Bauarbeiten für den neuen Strichplatz publiziert worden, andererseits auch die geänderten Strassenstrichzonen. Aufgehoben werden insgesamt 16 Strassenabschnitte und Plätze, neu aufgenommen ein Gebiet an der Allmendstrasse, bei der Autobahnausfahrt Brunau. Was den neuen, schweizweit einmaligen Strichplatz in Altstetten (falls er zustande kommt) betrifft, listet das Hochbaudepartement minuziös auf, was vorgesehen ist, damit die Prostitution auf der Strasse künftig mit mehr Sicherheit, Ordnung und Ruhe sowie mit weniger Belästigungen für die Quartierbevölkerung ausgeübt werden kann: Auf einer Brache ohne direkte Anwohner sollen Betreuungspavillons, Autoboxen, Sichtschutzwände, WC-Kabinen, 8 Autoabstellplätze und 4 Plätze für Wohnmobile errichtet werden. Zu diesen Bauten kommen eine Durchfahrtsstrasse sowie eine Umgebungsgestaltung hinzu.
Da beide Vorhaben, die Änderungen im Strichplan und die Erstellung eines Strichplatzes mit Boxen, schon vor der amtlichen Publikation zu kontroversen Diskussionen geführt haben, ist mit Einsprachen und Rekursen zu rechnen: Dies, obwohl einhellig die Meinung herrscht, dass es mit der heutigen Situation am Sihlquai nicht weitergehen kann.
Quelle: nzz.ch
Jeder zweiten Prostituierten wird Bescheinigung verwehrt
Seit zwei Monaten brauchen Prostituierte eine Bescheinigung der Stadtpolizei, wenn sie auf dem Strassenstrich arbeiten wollen. An dieser Hürde ist bisher jede Zweite gescheitert.
Seit dem 6. Juni existiert ein neues Prozedere für Prostituierte, die auf dem Strassenstrich anschaffen wollen. Bevor sie um eine Arbeitsbewilligung ersuchen können, benötigen sie eine Bescheinigung der Zürcher Stadtpolizei. In den vergangenen zwei Monaten ist rund jede zweite Frau an diesem Prozedere gescheitert, wie die NZZ heute Donnerstag berichtet. 80 Frauen hätten sich bei der Polizei gemeldet, 60 von ihnen verfügten über die nötigen Dokumente wie Krankenkassennachweis und Meldeformular.
Diese 60 Frauen, mehrheitlich Ungarinnen, Bulgarinnen und Rumäninnen, wurden zu einem Gespräch aufgeboten, an dem sie gegenüber der Fachgruppe Milieu-Sexualdelikte darlegen mussten, dass sie selbstständig und selbstbestimmt als Prostituierte tätig sind. Von den ursprünglich 80 Frauen, die um eine Bewilligung ersuchten, haben 38 eine erhalten.
Doro Winkler von der Fachstelle für Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) befürchtet, dass die abgewiesenen Frauen nicht aus der Schweiz abreisen, sondern ohne Bewilligung im Verborgenen und unter prekären Bedingungen arbeiten.
Quelle: tagesanzeiger.ch
Zuhälter müssen Strafe zahlen
Justiz Richterin stellt nur geringe Schuld fest – Gerichtsverfahren eingestellt
Die Opferhilfe „Weißer Ring“ kritisiert den Prozessausgang. Die Nebenklage kann keine Rechtsmittel einlegen.
Bremen – Am Ende geht alles ganz schnell: Das Verfahren gegen zwei wegen Ausbeutung von Prostituierten Angeklagte wird wegen geringer Schuld eingestellt – gegen Zahlung von 1000 beziehungsweise 500 Euro.
Dabei sei die Anklage, wie die Richterin sagt, durchaus „stichhaltig“. Und es gibt zwei ehemalige Prostituierte, die bereit gewesen wären, vor Gericht auszusagen. Aber soweit kommt es nicht. Denn die Amtsrichterin will lieber „ein schnelles Ende“ des Prozesses. Sie spricht vom „psychologischen Druck“ auf die Frauen und dass es in ihrem Interesse sei, das Verfahren nicht „bis zum Ende durchzufechten“. Zur Hauptverhandlung erschienen sind sie zunächst nicht. Die Schwestern aus dem rumänischen Siebenbürgen treten aber als Nebenkläger auf.
Auf den Strich geschicktDie beiden Zuhälter und ein dritter Angeklagter sollen die Frauen im Sommer 2006 fast zwei Monate lang in einer Bar im Stadtteil Walle und an der Straße auf den Strich geschickt zu haben. Zwei Hintermänner aus Ungarn, „Tobi“ und „Robi“, wurden nie gefasst: Sie sollen die Frauen nach Deutschland gelockt haben. Von mittags bis abends hatten sich die Schwestern im Internet, danach auf dem Straßenstrich und ab ein Uhr morgens schließlich in der Bar anzubieten, so die Anklage. Ihre Zimmer, Tagesmiete 80 Euro, wurden mit Kameras überwacht.
Ihre Einnahmen, von den Anwälten der Nebenklage auf je 30 000 Euro geschätzt, sollen die drei Angeklagten kassiert haben. Eine Stunde kostete 150, die halbe Stunde 100 Euro. Ein Teil des Geldes floss an die Hintermänner, an die Prostituierten zusammen nur zehn Euro am Tag.
Für so genanntes „Fehlverhalten“ – etwa wenn sie Freier ablehnten – wurden Geldstrafen verhängt, berichtet die Staatsanwaltschaft. Dem Ende des Verfahrens stimmt sie schließlich zu.
Der eine Angeklagte will sich zur Sache nicht äußern, hat aber einschlägige Vorstrafen. Dass er bereit sei, das schnelle Prozessende mit einer Auflage von 1000 Euro zu bezahlen, sei „kein Schuldeingeständnis“, sagt sein Anwalt. Und der dritte Angeklagte? Er sei sich „keiner Schuld bewusst“, sagt er. Sein Anwalt ist gar nicht erst erschienen, sein Prozess deswegen noch nicht am Ende. Gegen ihn wird extra verhandelt werden, frühestens in einem halben Jahr.
Geldbuße geht an Opferhilfe500 und 1000 Euro, das sei doch ein „guter Preis“, sagt ein Vertreter der Nebenkläger zynisch – in etwa die Summe, die eine Prostituierte am Tag habe ranschaffen müssen. Gegen eine Einstellung des Verfahrens gibt es für die Nebenklage aber keine Rechtsmittel.
Quelle: www.nwzonline.de
Einkaufscenter in Dresden zeigt Pornofilm statt Reklame
Ein Werbebildschirm hat für Empörung bei den Besuchern des Einkaufscenters ElbePark in Dresden gesorgt. Anstelle von Reklame zeigte das Gerät am vergangenen Sonntag hunderten von Passanten freizügige Sexszenen. Das Einkaufscenter geht von einem Hacker-Angriff aus. Eine ähnliche Porno-Panne ereignete sich bereits vor wenigen Wochen in einem Supermarkt.
Eigentlich wollte Anette G. mit ihrer 14-jährigen Tochter am Sonntag nur die Nachmittagsvorstellung des Kinos im Einkaufscenter ElbePark besuchen. Doch auf ihrem Weg durch die Einkaufspassage bekamen die beiden einen ganz anderen Film geboten. Auf einem Werbebildschirm sahen sie zwei komplett entkleidete Blondinen, die nicht jugendfreie Szenen darstellten. Dementsprechend geschockt äußerte sich Anette G. gegenüber der Bild: “Wie ist das denn möglich! Das sollte man verbieten”.
Porno-Hacker wiederholt am WerkSebastian Schneemann, Manager des Einkaufszentrums, kann sich den peinlichen Vorfall nur mit einem Hacker-Angriff erklären. “Da hat sich wohl jemand in unser WLAN gehackt und dann den Computer manipuliert”, kommentierte er die Panne. In Dresden sind derartige Attacken kein Einzelfall. Denn vor etwa sechs Wochen lief ein Pornofilm auf einem Monitor über der Kasse eines REWE-Supermarktes. Der Filialleiter Nico Schwitelio vermutet, dass sich Hacker “entweder aus dem Internet oder über das drahtlose Netzwerk” Zugang verschaffen konnten. Die Polizei fahndet bereits nach den Porno-Hackern.
Quelle: computer.t-online.de























