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Archiv für 12. April 2011

„Porno gehört thematisiert“

Von der „Generation Porno“ will Petra Grimm nicht sprechen. Aber es sei schon wahr, sagt die Stuttgarter Medienwissenschaftlerin: Bei männlichen Jugendlichen sei es heute völlig normal, Pornos zu konsumieren. Für ihre Studie „Porno im Web 2.0“ hat Grimm erstmals Jugendliche befragt, wie sie Pornografie im Internet nutzen und wahrnehmen.

Das Ergebnis: Alle Burschen schauen Pornos im Internet, nur die Häufigkeit variiert. Sie hängt vom Alter ab, davon, ob sie in einer Beziehung sind oder ob sie das Thema kritischer und reflektierter betrachten. Auch Mädchen kommen mit Pornografie in Berührung; sie lehnen sie aber eher ab und finden sie rasch „eklig“, sagt Grimm.

Für ihre Studie hat sie die Jugendlichen auch dazu befragt, warum sie Pornos konsumieren. Die Motive sind unterschiedlich: erstens zur sexuellen Erregung. Zweitens, und das sei eher problematisch, warnt Grimm, weil sie denken, sie könnten davon etwas lernen. Und manche schauen Internet-Pornos aus Spaß, oder weil sie eben mitreden möchten.

Können die Jugendlichen denn zwischen Porno und Realität unterscheiden? Gerade, wenn sie jünger sind, wenn sie wenig sexuelle Erfahrung haben und Pornos „toll finden“, tendieren die Burschen dazu, das für bare Münze zu nehmen, hat Grimm herausgefunden. Das macht auch Angst vor den ersten eigenen sexuellen Erfahrungen. „Die Jungs haben uns von einem sexuellen Leistungsdruck erzählt, der mit dem Konsum von Pornografie verbunden sei“, sagt Grimm. Sie hält es für wichtig, den Unterschied zum echten Leben und auch die klischeehaften Geschlechterrollen in Pornos anzusprechen.

In der Schule müsse man Pornografie deshalb thematisieren, denn die Jugendlichen seien offenbar täglich damit konfrontiert. Allerdings sollten nicht die Lehrer das Thema ansprechen. Die Jugendlichen hätten angegeben, dass ihnen das unangenehm sei, sagt Grimm: „Pornos gehören über externe Experten thematisiert.“

Quelle: Diepresse.com

Abgeordneter tritt nach Porno-Skandal zurück


Erst beschloss er ein striktes Anti-Porno-Gesetz, dann wurde der indonesische Politiker Arifinto selbst beim Ansehen von Sexvideos erwischt. Nun musste er zurücktreten.
Ein indonesischer Abgeordneter ist zurückgetreten, nachdem er dabei gefilmt worden war, wie er sich während einer Parlamentsdebatte Sexvideos ansah. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern seiner streng muslimischen Gerechtigkeits- und Wohlfahrtspartei hatte Arifinto das harte Anti-Pornografiegesetz beschlossen, das 2008 in Kraft trat.

Arifinto
Foto: AP/DAPD Der indonesische Abgeordnete Arifinto bei seiner Rücktrittserklärung

Das Beweisvideo, das ein Journalist am vergangenen Freitag im Parlament aufgenommen hatte, hatte in dem vorwiegend muslimischen Land zu einem Sturm der Empörung geführt. Der Abgeordnete Arifinto – wie viele Indonesier trägt er nur einen Namen – gab daraufhin in einer eilig anberaumten Pressekonferenz seinen Rücktritt bekannt. „Es ist meine Entscheidung“ sagte Arifinto, er habe nicht auf Druck seiner Partei gehandelt.
Nun fordern einige Kommentatoren, dass das Gesetz auch gegen ihn eingesetzt wird. Es sieht für einige Verstöße bis zu 15 Jahre Haft vor, Küssen in der Öffentlichkeit und das Zurschaustellen erotischer Kunst ziehen Geldstrafen nach sich. Ebenso sind der Besitz und die Weitergabe von pornografischem Material verboten. Polizeisprecher Boy Rafli Amar sagte, es müsse geprüft werden, ob das Gesetz in diesem Fall verletzt worden sei.

Befürworter sehen das Anti-Pornografiegesetz als Garant für Moral im Land, Gegner kritisieren, dass es zu unklar formuliert und die Strafen zu hart seien.
Unter anderem wurde im Januar ein bekannter Sänger Indonesiens zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil zwei private Sexvideos von ihm ins Internet gelangt waren. Im Vorjahr war der Chefredakteur des Magazins „Playboy“ in Indonesien zu zwei Jahren verurteilt worden.

Quelle: Welt.de