Archiv für Februar 2011
Freier sollen bestraft werden
Es sei wichtig, minderjährige Mädchen zu schützen und von der Prostitution fernzuhalten, meint der Regierungsrat. Die Forderung nach einem kantonalen Verbot lehnt er freilich ab.
frauenfeld. In Italien muss sich Ministerpräsident Silvio Berlusconi vor Gericht verantworten, weil er angeblich Sex mit der minderjährigen Ruby hatte. Aber auch in der Schweiz sei die Prostitution von Mädchen unter 18 Jahren ein gravierendes Problem, sagt EVP-Kantonsrätin Regula Streckeisen. Sie reichte deshalb im März letzten Jahres mit 64 Kantonsrätinnen und -räten eine Motion ein. Der Regierungsrat müsse die Öffentlichkeit und potenzielle Freier sensibilisieren, vor allem aber den Schutz der Minderjährigen verbessern.
Mit dem Ende des Schutzalters
Streckeisen fordert, dass die Freier von minderjährigen Prostituierten bestraft werden. Diese könnten sich über das Alter der oder des Prostituierten informieren, zumal die 16- bis 18-Jährigen in der Schweiz nicht geschützt seien. Die Prostitution sei nicht verboten und legal, sobald jemand mit 16 Jahren das Ende des Schutzalters erreicht habe. Die Jugendlichen selber sollen allerdings nicht kriminalisiert werden. Indirekt könne der Kanton so aber ein Verbot der Teenie-Prostitution erreichen.
Mit den Aussagen Streckeisens zeigt sich der Regierungsrat einverstanden, wie er in seiner gestern veröffentlichten Antwort betont. Allerdings zeigt sich der Regierungsrat nicht bereit, die Motion umzusetzen. Der Grosse Rat solle sie nicht erheblich erklären. «Ein solches Vorgehen auf kantonaler Ebene erscheint nicht notwendig.»
Strafen sind die Voraussetzung
Grund für das Nein ist die Haltung des Bundesrates, die sich geändert hat. Im Juni 2010 habe der Bundesrat das Übereinkommen des Europarates zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung ratifiziert, und auch National- und Ständerat dürften folgen, meint der Regierungsrat. Die Schweiz könne der Konvention aber nur beitreten, wenn sie die Freier unter Strafe stellt, welche die sexuellen Dienste von 16- bis 18-Jährigen gegen Geld oder Vergünstigungen beanspruchen.
Mit einer einheitlichen schweizweiten Lösung könne der Bund zudem verhindern, dass minderjährige Prostituierte in Kantone ausweichen, die solche Strafen nicht kennen, so die Regierung. Die Konvention sehe einen europaweiten, umfassenden Schutz der ungestörten sexuellen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen vor. Und die Kantone sollen verpflichtet werden, Freier und Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam zu machen.
Regula Streckeisen ist mit der Antwort zufrieden, auch wenn der Regierungsrat die Motion nicht annehmen will. «Die Ausgangslage hat sich komplett geändert. Es ist sinnvoll, dass der Bund gegen Teenie-Prostitution aktiv wird. » Allerdings habe es den Druck von Vorstössen in mehreren Kantonsparlamenten gebraucht, damit die Schweiz endlich der Europaratskonvention beitrete. Streckeisen schliesst nicht aus, dass sie die Motion im Grossen Rat zurückziehen wird.
Wenige Fälle bekannt
Was das Ausmass der Kinderprostitution im Thurgau angeht, bleibt der Regierungsrat vage. «Bis anhin scheint die Prostitution Minderjähriger im ländlich geprägten Kanton Thurgau zahlenmässig kein relevantes Problem zu sein.» Der Kantonspolizei seien seit 2002 lediglich zwei Fälle von Minderjährigen bekannt, die sich prostituiert haben (siehe Kasten). Die Fachstellen in Zürich hätten aber erklärt, dass sich die Dunkelziffer im Thurgau nicht auf dem gleichen Niveau der Grossstädte bewege. «Jeder Fall ist einer zu viel», entgegnet Streckeisen.
Quelle: thurgauerzeitung.ch
Tabu: Minderjährige Prostituierte

Dortmund. Der zweite Zweck des 24-Stunden-Laufes dient dem Projekt der Mitternachtsmission, minderjährige Prostituierte aus dem Milieu zu holen.
Das ist ein echtes Tabuthema!
Und dennoch: Für Sex mit Kindern braucht niemand nach Thailand oder Afrika zu schauen. Das gibt es direkt vor der eigenen Tür. Und die Mitternachtsmission bietet Ausstiegshilfen für die oftmals kranken und ausgebeuteten Mädchen.
“Da muss man sofort lossprinten”
„Ich stehe an der Reinoldikirche. Der Zuhälter hat vergessen, die Tür abzuschließen.“ Andrea Hitzke erinnert sich an den Fall einer 15-Jährigen. „Da muss man sofort lossprinten“, berichtet die Mitarbeiterin der Mitternachtsmission. Sonst ist die einmalige Chance zum Ausstieg aus der Prostitution vergeben.
„Mitte der 90-er Jahre ist uns aufgefallen, dass immer mehr Minderjährige auf dem Straßenstrich, am Bahnhof und den einschlägigen Plätzen standen“, berichtet Hitzke. „Es waren mehr, als wir dachten.“ Die Möglichkeiten, die Minderjährigen mit der Polizei oder dem Jugendamt aus dem Milieu zu holen, seien sehr begrenzt. „Die sind am nächsten Tag, nach einer Stunde oder 15 Minuten schon wieder weg“, weiß die ehemalige Streetworkerin aus eigener Beobachtung.
Vertrauen aufbauen
„Wir versuchen, Vertrauen aufzubauen und ihnen Angebote zum freiwilligen Ausstieg zu machen.“ Aber was heißt schon freiwillig, wenn die Mädchen praktisch nur Druck und Zwang erlebt haben. „Meist sind es junge Ausreißerinnen, die in falsche Kreise geraten“, führt Hitzke aus. Sie treffen Leute, die ihnen erst Geschenke machen und sie dann gnadenlos ausnutzen. Letztlich müssen sie anschaffen, die Kohle abliefern, werden geschlagen, eingesperrt und missbraucht.
„Viele Mädchen haben Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder Aids“, schildert die Mitternachtsmissions-Mitarbeiterin. Hinzu kommen wachsende psychische Probleme. Und dann noch die Sucht nach Drogen oder Alkohol.
Teufelskreislauf durchbrechen
Nein, es ist nicht leicht, diese Mädchen aus diesem Teufelskreislauf herauszuholen.
Aber: „Wir erreichen Mädchen, die aus dem Hilfesystem herausgefallen sind.“ Immer wieder versuchen die Mitarbeiter – auch in türkischer oder bulgarischer Sprache – Kontakt zu den minderjährigen Prostituierten aufzunehmen. Um dann in dem Moment, wenn sie bereit zum Ausstieg sind, da zu sein.
Jede Zweite schafft den Absprung
Von den 70 Mädchen, die übrigens ganz überwiegend hier geboren seien, schaffe jedes zweite letztlich den Ausstieg, schätzt Hitzke.
Dazu muss die Mitternachtsmission einen hohen personellen Aufwand betreiben. Auch nach Mitternacht. Die Einrichtung ist sehr erleichtert über die Aussicht auf Spendengelder aus dem 24-Stunden-Lauf, „denn wir finanzieren uns ausschließlich aus Spendenmitteln“.
Quelle: derwesten.de
Das Sex-Milieu wächst im Rekord Tempo
Die Anziehungskraft von Zürich ist für Prostituierte aus Osteuropa im letzten Jahr noch grösser geworden: «Viele denken, hier sei das Paradies und sie könnten schnell viel Geld verdienen. Das muss sich ändern», sagt Rolf Vieli, Leiter von Langstrasse Plus. Den Anstieg beweisen auch die neusten Zahlen: 1050 Neueinsteigerinnen zählte die Polizei im vergangenen Jahr. 2009 waren es noch 795 Neueinsteigerinnen gewesen. Bereits damals sprach Vieli von einem «Rekord». Nun ist die Anzahl erneut um einen Drittel gestiegen – noch mehr Prostituierte stammen dabei aus Osteuropa: 413 Frauen kommen aus Ungarn, 181 aus Rumänien, 51 aus Polen und 48 aus Bulgarien. Wie viele Prostituierte insgesamt in Zürich arbeiten, kann die Polizei nicht beziffern: «Sie müssen sich nicht ab- oder anmelden. Einige bleiben lange, andere gehen nach ein paar Wochen wieder. Die Dunkelziffer ist sehr hoch», sagt Stadtpolizei-Sprecherin Judith Hödl.
Reto Casanova, Sprecher des Polizeidepartements, sagt: «Die Massnahmen mit der neuen Prostitutionsverordnung und dem Strichplan sollten nun einen Rückgang erwirken.» Zudem versuche die Polizei, den Hintermännern das Leben schwerzumachen, damit sie gar nicht erst nach Zürich kommen. Während die Zahl der Prostituierten stieg, sank jene der Bordellbetriebe in der Stadt von 270 auf 252. Vieli: «Zwar gibt es weniger Betriebe, dafür aber mehr Frauen, die dort arbeiten.»
Quelle: 20min.ch
Prostituierte ging mit Ehemann einbrechen
Ehepaar und Komplize hatten es auf Einfamilienhäuser und Geschäfte in den Bezirken Leibnitz und Deutschlandsberg abgesehen. Der angerichtete Schaden beläuft sich auf mindestens 30.000 Euro.
Einer aufmerksamen Anrainerin ist es zu verdanken, dass ein Einbrechertrio aus Ungarn nun in Haft sitzt. Drei vorerst Unbekannte hatten Montagnachmittag in ein Wohnhaus in Obergreith in der Gemeinde Oberhaag eingebrochen und einen LCD-Fernseher sowie Schmuck gestohlen. “Eine Dame aus der Nachbarschaft hat sich das Kennzeichen eines verdächtigen Fahrzeuges gemerkt”, sagt Gerhard Bauer von der Polizei Arnfels.
Gasrevolver
In Leutschach konnte das gesuchte Fahrzeug angehalten werden. Am Steuer saß die Zulassungsbesitzerin, eine Prostituierte (21) aus Ungarn, die in der Südsteiermark wohnt und ihrem Gewerbe nachgeht. Im Auto, in dem sich ein griffbereiter Gasrevolver befand und ein Ohrstecker vom Einbruch in Oberhaag gefunden wurde, saßen auch ihr Ehemann (27) und ein Bekannter (24). “Bei einer Durchsuchung der Wohnung der 21-Jährigen wurde Beute im Wert von 30.000 Euro gefunden, die aus 16 Einbrüchen stammt”, so Bauer. Die Taten erstrecken sich über die gesamte Südsteiermark. Auch der Diebstahl von großteils verdorbenem Fleisch aus einem Supermarkt in Wies vergangene Woche soll auf das Konto des Trios gehen.
Die Zahl der Taten dürfte sich noch erhöhen, da die Spuren sichergestellter Schuhe des Trios an zahlreichen weiteren Tatorten gefunden wurden. Die kriminaltechnische Auswertung steht aber noch aus. Das Trio selbst schweigt zu den Vorwürfen.
Quelle: kleinezeitung.at
Wieder Anschlag auf Erotik-Studio

Benzinkanister: Zwei Männer kippen brennbare Flüssigkeit in die Räume in der Langen Straße. Der Salon bietet erotische Massagen und SM-Dienstleistungen an.NNN
Augenzeugen beobachteten am Dienstag kurz vor 22 Uhr, wie zwei Männer eine Fensterscheibe direkt neben dem Eingang des Salons von Christine H. einschlugen. “Anschließend gossen sie eine brennbare Flüssigkeit in den Innenraum und zündeten sie an”, sagt Regina Junck, Polizeioberkommissarin vom Lagedienst. Ein Augenzeuge alarmierte die Polizei. Danach flohen die zwei unbekannten Täter ins Stadtzentrum. Trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung konnten die Beamten die Brandstifter nicht ausfindig machen. Unterdessen löschten die Einsatzkräfte der Feuerwehr den Brandherd im Salon, bevor er sich in den gesamten Geschäftsräumen ausbreiten konnte. Die Höhe des Schadens ist bisher unklar.
Zwei Männer in Kapuzenshirts beobachtet
Die Polizeidirektion Rostock ermittelt gegen die zwei Männer wegen schwerer Brandstiftung. “Wie bitten die Bevölkerung in diesem Zusammenhang um Mithilfe”, sagt Sprecherin Yvonne Burand. Der Augenzeuge konnte einen der Täter näher beschreiben. Nach den Aussagen, die er bei der Polizei machte, trug der Mann ein rotes Kapuzenshirt, hatte eine schwarze Hose an und trug einen Behälter bei sich, vermutlich einen Benzinkanister. “Beide Männer sind zwischen 1,70 und 1,75 Meter groß, schlank und trugen Kapuzenshirts”, sagt Oberkommissarin Junck. Die Einsatzkräfte der Kriminalpolizei konnten zahlreiche Spuren der Täter sicherstellen. Christine H. bietet Ganzkörpermassagen an. So steht es zumindest auf einem Schild oberhalb der Eingangstür. Doch schon beim Betreten des Etablissements wird klar: Auf Wunsch gibt es für die Kunden auch erotische Dienstleistungen. An den Wänden hängen Bilder mit nackten Frauen in anrüchigen Posen. Links von dem Pult, an dem Christine H. ihre Kunden empfängt, geht es hinter einer Wand in die Privatzimmer. In einschlägigen Inseraten wirbt Tinas Massagen zudem mit SM-Angeboten. “Ich arbeite seit 14 Jahren hier, so ein Anschlag ist mir noch nie passiert”, sagt Christine H.
Erst vor einer Woche hatten unbekannte Täter in der Nacht eine ätzende Flüssigkeit, vermutlich Buttersäure, durch ein eingeschlagenes Fenster in den Massagesalon von Carmen B. in der Hundertmännerstraße 4 geworfen. Die Feuerwehr konnte den beißenden Geruch nur mit einem Sauggebläse aus den Räumen vertreiben. In Internetportale ist nachzulesen, dass Carmen B. ihren Kunden mehr als nur Reiki- und Fußmassagen anbietet. Ob ein Zusammenhang zwischen den zwei Anschlägen besteht, kann die Polizei bisher nicht ausschließen. “Wir gehen allen Spekulationen nach”, sagt Burand. Dazu zähle auch der mögliche Konkurrenzkampf in der Erotikbranche, so die Sprecherin.
Bereits Ende der 90er-Jahre bis 2005 sorgten zahlreiche Brandanschläge auf Massagesalons und Sonnenstudios für Aufsehen. Damals geriet Artur B., aus dem Litauischen Klaipeda, in Verdacht, die Vorfälle organisiert zu haben. 2005 wurde der so genannte Rotlicht-Boss wegen gewerbs- und bandenmäßiger Erpressung, Anstiftung zur Körperverletzung, Nötigung und Diebstahl zu sechs Jahren Haft und einer Geldstrafe von 90 000 Euro verurteilt. Er gestand, in 74 Fällen die Prostitution illegal in Deutschland lebender Osteuropäerinnen organisiert zu haben. Ein Jahr nach dem Rotlicht-Prozess wurde er wegen verübten Totschlags zu weiteren drei Jahren Haft verurteilt. Zwischenzeitlich kam B. auf Bewährung frei. Weil er gegen die Auflage verstieß, sich Rostock zu nähern, verbüßt er den Rest seiner Strafe in Haft.
Quelle: svz.de
Anzeige wegen Prostitution
Prostituierte und ihre Freier sorgen im Tribschenquartier für schlaflose Nächte. Jetzt hat eine Anwohnerin Strafanzeige eingereicht.
«Die Sexarbeiterinnen schreien Worte wie ‹ficken› und ‹blasen› in die Nacht hinein oder streiten lautstark mit den Freiern über Preis und detaillierte Sexleistungen»: So beschreibt Anwohnerin M.H., was sich Nacht für Nacht vor ihrer Haustür auf dem Strassenstrich im Tribschenquartier abspielt. Zudem seien die Prostituierten oft zugedröhnt.
H. hat vom allnächtlichen Treiben jetzt die Nase voll und hat Strafanzeige wegen Lärmbelästigung gegen unbekannt eingereicht. Ausserdem beantragt sie die dauerhafte Wegweisung von Prostituierten – und dass die Tribschen- und Unterlachenstrasse grösstenteils strassenstrichfreie Zone werden.
Auch der Coiffeurladen Haarkult leidet unter dem Strassenstrich. Laut Geschäftsleiterin Susanne Schmid lassen die Prostituierten und ihre Freier ihren Müll oft vor dem Haus liegen. «Das reicht von Zigarettenstummeln und Getränkeflaschen bis zu gebrauchten Kondomen und Exkrementen.» Ihr Personal müsse deshalb jeden Morgen auf Müllpatrouille gehen. «Die Situation ist wirklich mühsam», ärgert sich Schmid. Die Hoffnung auf Hilfe von der Stadt Luzern schwindet: «Die Stadt hat uns bisher immer im Stich gelassen», so Schmid. Eine baldige Lösung des Prostituierten-Problems ist für sie nicht in Sicht.
Quelle: 20min.ch
Prostitution Minderjähriger verbieten
Die Stadt Zürich schlägt ein neues Vorgehen vor – die meisten Kantone warten derweil auf den Bund
Was den Umgang mit der Prostitution betrifft, sind sich alle in einem Punkt einig: Minderjährige sollen sich in diesem Gewerbe nicht betätigen dürfen. Wie ein solches neues Verbot ausgestaltet werden kann, darüber herrscht jedoch Unklarheit.
Die Eskapaden des italienischen Ministerpräsidenten sorgen permanent für Schlagzeilen, und unter anderem geht es dabei auch um minderjährige Prostituierte, mit denen Silvio Berlusconi Kontakt gehabt haben soll. Im Gegensatz zu Italien ist es in der Schweiz (ausser im Kanton Genf) bis jetzt nicht verboten, sich ab 16 Jahren zu prostituieren; ebenso wenig ist es verboten, die Dienste einer mindestens 16-jährigen Prostituierten in Anspruch zu nehmen.
Neue Bewilligungspflicht
Diese Situation, die einhellig als unbefriedigend taxiert wird, dürfte sich jedoch rasch ändern. Einerseits sind entsprechende Gesetzesarbeiten auf Bundesebene im Gange, und andererseits bemühen sich jene Städte und Kantone, die nicht auf den Bund warten wollen, um eigene Lösungen. Ein Beispiel dafür ist die Stadt Zürich, die mit ihrem Entwurf für eine Prostitutionsgewerbeverordnung neue Wege geht; die Vernehmlassung zur vorgeschlagenen Gesetzesnovelle dauert noch bis Ende März.
Der Zürcher Stadtrat will den Strassenstrich bewilligungspflichtig machen, mit der Begründung, es handle sich dabei um einen gesteigerten Gemeingebrauch öffentlichen Grund und Bodens, vergleichbar mit dem Taxigewerbe oder mit dem Verkauf an Marktständen (NZZ 20. 1. 11). Eine solche Bewilligung soll nur an volljährige Prostituierte erteilt werden. Eine Minderjährige, so die Auffassung Zürichs, sei wegen ihres Alters gar nicht handlungsfähig und könne deshalb keinen Vertrag über eine sexuelle Dienstleistung abschliessen. Das Gleiche soll neu auch für die Prostitution in bordellartigen Betrieben gelten. Dieses Verbot wird allerdings nicht in der Verordnung geregelt, sondern in den Ausführungsbestimmungen.
Sexuelle Mündigkeit mit 16
Das eher gewundene und komplizierte Vorgehen der Zürcher Exekutive zeigt exemplarisch auf, dass es schwierig ist, auf kantonaler oder kommunaler Ebene die Prostitution Minderjähriger zu verbieten. In der Schweiz liegt das sexuelle Mündigkeitsalter nämlich bei 16 Jahren. Ab 16 also dürfen Teenager ihre Sexualität selbstbestimmt ausleben, sei es entgeltlich oder unentgeltlich. Diesen bundesrechtlich geregelten Grundsatz haben die Kantone und Gemeinden zu respektieren. Im gleichen Erlass, im Strafgesetzbuch, ist zudem geregelt, wann sich ein Freier im Umgang mit Prostituierten, volljährigen oder minderjährigen, strafbar macht. Auch hier verfügen die Kantone und Gemeinden über keinen Regelungsspielraum mehr. Die Stadt Zürich löst die Problematik damit, dass sie auf Verwaltungsrecht (und nicht auf Strafrecht) zurückgreift und über eine Bewilligungspflicht die Prostitution von Minderjährigen verbieten will. Der Kanton Genf verlangt seit Jahren für jede Form von Prostitution eine Bewilligung und stellt diese nur an Volljährige aus; die Praxis wurde im neuen Genfer Prostitutionsgesetz festgeschrieben. Im Kanton St. Gallen hingegen hat der Regierungsrat eine entsprechende Motion abgelehnt, mit Hinweis auf die Zuständigkeit des Bundes. Und im Kanton Bern, wo die Vernehmlassung für ein neues Prostitutionsgesetz am Montag zu Ende ging, wird ebenfalls auf den Bund verwiesen.
Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat tatsächlich jüngst verlauten lassen, das Verbot der Prostitution Minderjähriger habe Priorität. Der Bundesrat hat vergangenen Sommer eine Konvention des Europarats unterzeichnet, die von den Unterzeichnerstaaten ein solches Verbot verlangt; in der gleichen Sache sind zudem eine ganze Reihe von Vorstössen eingereicht worden. Noch liegen die Vorschläge des Bundes nicht vor. Es ist damit zu rechnen, dass am Alter der sexuellen Mündigkeit nichts geändert wird, jedoch die Beanspruchung von sexuellen Dienstleistungen Minderjähriger bestraft und damit der Freier in die Pflicht genommen wird.
Wenige Einzelfälle
Das Stadtzürcher Polizeidepartement geht davon aus, dass es sich bei der Prostitution Minderjähriger «um wenige Einzelfälle handelt»; eine Einschätzung, die von Milieukennern wie dem Rechtsanwalt Valentin Landmann geteilt wird, der im Übrigen jedem Bordellbetreiber dringend davon abrät, Minderjährige zuzulassen. Bekannt ist allerdings das Phänomen, dass sich junge Mädchen prostituieren, um sich Drogen finanzieren zu können – oder aber sündhaft teure Designerkleider und -accessoires.
Quelle: nzz.ch
Erst Razzia, dann Erotik
KAPPENSITZUNG Niedernhausener Narren erleben einen ereignisreichen, bunten Abend
Ausgelassen feiern die 594 Besucher bei der ausverkauften Kappensitzung des Sportvereins in der Autalhalle zu „Heide, deine Welt sind die Berge“, als ein Polizist zur Bühne eilt und ruft: „Musik aus! Ich bitte um Ihre Aufmerksamkeit: Das ist eine Razzia.“ Schlagartig ist es totenstill im Saal. Alle Ausgänge seien umstellt, erklärt der Polizist und warnt: „Jeder Fluchtversuch wird mit dem Tode bestraft.“ Er fordert auf, Ruhe zu bewahren, die Ausweise bereit zu halten und „zu Ihrer Sicherheit meine Anordnungen strikt zu befolgen“. Gelähmt starren Frauen wie Männer zur Bühne. „Die Hände hoch!“, schreit der Polizist.
Keiner wagt es, sich zu widersetzen. Doch mit den nächsten Befehlen schlägt die Stimmung komplett um: „Klatschen! Mit dem rechten Fuß auf den Boden stampfen!“ Da machen sogar die zig Helfer des SV mit, vergessen, sich um die Gäste zu kümmern und jubeln mit dem Publikum um die Wette, als elf „Kollegen“ mit Schlagstöcken bewaffnet im Gleichschritt durch den Lärm einmarschieren und das Dutzend Polizisten einen so martialischen wie erotischen Tanz auf die Bühne legt.
So viel Widerhall wie das Herrenballett des CC Framersheim fanden alle 20 Auftritte bei der 31. Kappensitzung in der Halle, die mehr als 1000 Luftballons über den bunt verkleideten Gästen schmückten. Nach 22 Jahren unter der Regie des Gesangvereins übernahm 2003 der SV die Veranstaltung. Unterstützt wird er vom Elferrat Niedernhausen und dem Gusbacher Carneval Club. Die Kooperation reicht bis zum Elferrat, in dem ebenfalls Niederjosbacher vertreten sind. Erst zum Geheimtipp und dann zum Erfolg, der Gäste aus der ganzen Region lockt, mauserte sich die lange unter rückläufigen Besucherzahlen leidende Sitzung aber erst 2005, als Wilhelm Schäfer Sitzungspräsident wurde und sich um die Auftritte kümmerte. Mit der Ankündigung: „Ich habe ein gutes Programm für Sie zusammengestellt, es wird die Lachmuskeln strapazieren“, versprach Schäfer nicht zu viel.
Selbst Vorträge endeten in Zugaberufen. Mit ihren Berichten als Schankmädchen und über die weiblichen Problemzonen brachte dabei Monika Schmidt, die Tochter des SV-Vorsitzenden Harald Schmidt, alle sogar doppelt zum Lachen. In der Bütt brillierten auch andere Niedernhausener wie Geschäftsmann Dieter Drabick, der als Gaukler auftrat, oder als Duos in Zwiegesprächen wie Martin Kunst und Max Stähler. Prominente, die große Politik, Gesellschaft und Bundesthemen von der Fußball-WM bis zum Atomausstieg zogen dagegen vor allem externe Redner wie Horst Radelli von den Mombacher Bonebeitel, Protokoller Volker Kaiser vom CC Wiesbaden und der vielen aus dem Fernsehen bekannte Begge Peder durch den Kakao.
Bevor die rund 20 Nauroder „Kekos“ den Saal zum Schluss singend aufmischten, setzten weitere Gäste und vor allem der GCC unterschiedlichste Höhepunkte. Sie reichten von der Playbackshow und einem Licht-Tanz-Spektakel über die Schlüsselübergabe und „Degradierung“ von Fastnachtskönig Günter Döring im Hermelinmantel mit Zepter durch GCC-Vorsitzenden Heinz Seebold bis zu abwechslungsreichen Auftritten der 13- bis 16-jährigen „Delphine“ und der „Roten Tatongas“.
Die Mädchen und jungen Frauen beider Garden – fünf trainiert der GCC insgesamt in der Niederjosbacher Kita – beeindruckten nicht nur mit Polkas, sondern auch in Showtänzen zum Beispiel als Schotten so, dass das Publikum ihre kompletten Auftritte mit klatschte.
Quelle: wiesbadener-tagblatt.de
Pornodreh in der Fahrschule?
Gericht Ein Forchheimer Fahrlehrer wurde wegen verleumderischer Aussagen gegen einen Kollegen zu 1300 Euro Geldstrafe verurteilt.
Ein Forchheimer Fahrlehrer hatte Anzeige gegen einen Kollegen erstattet und zog vor Gericht. Denn die Aussage, in seiner Fahrschule würden Pornos gezeigt und gedreht, wollte er so nicht stehen lassen, da sie verleumderisch sei.
Der Angeklagte wartete vor Amtsrichterin Silke Schneider mit einem Alibi auf, da er an dem Tag, an dem die Äußerung gefallen sein soll, nachweisbar in München war und nicht am Tatort – dem Forchheimer Tüv. Da habe jemand etwas missverstanden, denn das habe jemand ein paar Wochen zuvor über ihn verbreitet. “Die Forchheimer Fahrlehrer sind ein großer Kindergarten”, sagte der Mann. Gesagt habe er so etwas nie.
Zumindest diese Aussage war bei der Vernehmung der zahlreich vorgeladenen Zeugen schwerlich von der Hand zu weisen, denn es stellte sich heraus, dass die meisten nur Aussagen aus zweiter Hand gehört hatten. Selbst der Betroffene war von einem Kollegen angesprochen worden (“Von dir hört man ja schöne Geschichten”), der dies selbst aber auch nicht aus dem Mund des nunmehr beklagten Fahrlehrers gehört hatte.
Konkurrenz treibt seltsame Blüten
Der Forchheimer Tüv ist ganz offenbar Nachrichtenbörse für Fahrlehrer, die sich zwischen und nach Prüfterminen die Zeit bei einer Tasse Kaffee vertreiben. Wenn man nichts zu tun hat, zieht man bevorzugt über nicht anwesende Kollegen her.
Wobei es scheint, dass der Konkurrenzdruck auf einem immer enger und umkämpfter werdenden Markt gerade in Forchheim seltsame Blüten treibt. Über einen Fahrlehrer wurde verbreitet, er führe keine Nachtfahrten durch und sei obendrein nicht in der Lage, seinem Fahrschüler die richtige Einstellung einer Parkscheibe zu erklären. Über einen anderen wurde das Gerücht ausgestreut, er lasse zwei Fahrschüler gleichzeitig fahren, offenbar, um doppelt kassieren zu können. Die Vorstellung, dass da eine Fahrschule zur Porno-Traumfabrik gemacht würde, bedeutete jedoch in der bekannten Gemengelage eine neue Dimension.
Alle Zeugen gaben an, dass sie sich “an der vielfältigen Gerüchteküche nicht beteiligten. Ein schlechtes Gedächtnis hatten die Fahrlehrer auch noch, denn bei dem Termin, für den der Angeklagte ein Alibi hatte, wollte sich keiner festlegen. Einer gab im Brustton der Überzeugung ein Datum an, das zwei Tage vor dem Termin lag, an dem die inkriminierten Äußerungen angeblich gefallen sein sollten.
“Fahrlehrer in Forchheim – das scheint ein ziemlich hartes Brot zu sein”, stellte der Staatsanwalt fest. Immerhin kristallisierte sich unter den “Waschweibern” einer heraus, der glaubhaft machen konnte, dass er die Äußerung des angeklagten Kollegen tatsächlich gehört habe. Was da geschehen sei, so der Ankläger, sei in “extrem verächtlich machender Weise geschäftsschädigend” gewesen, um einen Konkurrenten “aus dem Geschäft drängen” zu können. Er forderte eine “deutliche Geldstrafe”, die sich in 45 Tagessätzen auf fast 1600 Euro summierte.
Es gab keine Verschwörung
Den Vorwurf der Verleumdung sah der Verteidiger als nicht erwiesen an, vor allem, da sich die Zeugen zum Teil widersprochen hätten. Von einer Geschäftsschädigung könne keine Rede sein, weil das Gerücht wohl unter Fahrlehrern verbreitet wurde, nicht unter möglichen Fahrschülern. Deshalb beantragte er Freispruch.
Den gab es nicht, aber das Urteil lag um etwa 300 Euro unter dem geforderten Betrag. Eine Verschwörung gegen den angeklagten Fahrlehrer habe es nicht gegeben, so Silke Schneider, denn auch der für den Angeklagten aufgetretene Zeuge habe die bei dem Kollegen angeblich “gedrehten” Filme zur Sprache gebracht. “Auf diesem Gebiet wird heutzutage sehr sensibel reagiert”, stellte die Richterin fest.
Ob eine Geschäftsschädigung vorliege oder nicht, sei nicht überprüfbar, denn selbst wenn das Gerücht nur unter Fahrlehrern verbreitet worden sei, könne man nicht ausschließen, dass einer von ihnen es an Nicht-Fahrlehrer weitergegeben habe. Einem “prima Klima” zwischen Forchheims Fahrlehrern war die Verhandlung so oder so nicht gerade zuträglich – der Kaffee beim Tüv wird einigen wohl vorerst nicht mehr schmecken.
Quelle: infranken.de


























