Archiv für November 2010
Prostituierte wollen nicht weichen
Das Projekt der Stadt Wien, den Straßenstrich aus den Wohngebieten des 14. und 15. Bezirks zu verpflanzen, ist gescheitert.
Vor einem halben Jahr, kurz bevor der Wahlkampf “heiß” und das Thema Prostitution zum “heißen Eisen” geworden war, stellte Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) den “Sieben-Punkte-Plan” vor, der den Beteiligten entlang des berüchtigten Straßenstrichs in der Felber- und Linzer Straße das Leben erleichtern sollte.
Das Herzstück das Plans: Zwei Straßenstücke – die Linzer Straße hinter dem technischen Museum und ein Stück der Linken Wienzeile – wurden für die “Damen der Nacht” reserviert. Die Stadt machte jedoch die Rechnung ohne die Anbieterinnen der käuflichen Liebe. Die dachten nicht daran, ihr Arbeitsumfeld zu verlassen.
“Die Verlagerung hat nicht funktioniert”, sagt Gerhard Zatlokal (SPÖ), Vorsteher des 15. Wiener Gemeindebezirks. Die ausgewiesenen “legalen Zonen” sind verwaist. Hinter dem technischen Museum befand sich monatelang eine Baustelle. Aber nicht alles ging schief. Die Sozialarbeiterinnen hätten sich bewährt. Zatlokal ist mit seinem Befund nicht alleine. Selbst aus dem Büro der Frauenstadträtin heißt es: “Das hat nicht ganz funktioniert.”
Richtungsstreit
Jetzt erregt der Straßenstrich wieder die Gemüter. In der Stadt ist man gespalten, wie mit dem Sündenpfuhl und seinen negativen Begleiterscheinungen umzugehen sei. “Nicht von heute auf morgen, aber langfristig gehört der Straßenstrich raus aus dem Wohngebiet”, sagt Gabriele Schön von der Bürgerplattform Felberstraße, einem Zusammenschluss von verzweifelten Anrainern. Auf der anderen Seite stehen Praktiker wie Birgit Hebein, frischgebackene Sozialsprecherin der Grünen und ehemalige Klubobfrau im 15. Bezirk: “Es gibt nicht ,die’ Lösung für das Problem.” Eine Verlagerung ist für Hebein “illusorisch”, Verbesserungen für Anrainer und Sexarbeiterinnen hingegen machbar. Im Büro der zuständigen Stadträtin ist noch keine Richtungsentscheidung gefallen: “Das kann man noch nicht sagen, dafür ist es noch zu früh.”
Dabei gibt es einiges, wo die Stadt ansetzen könnte: In Zürich stellte die Kommune “Laufhäuser” (Anm. in denen jede Frau ein Zimmer mietet) zur Verfügung, um die Prostituierten weg von der Straße zu bekommen. Für “selbstverwaltete Laufhäuser” macht sich auch Hebein stark. “Da verdienen auch keine Hintermänner oder Zuhälter”, sagt sie. Anders läuft es in Dortmund: Schließen sich drei Sexarbeiterinnen zusammen, erhalten sie einen Gewerbeschein für den Betrieb eines Laufhauses. Von solchen Lösungen ist man noch weit entfernt. Wie angekündigt, ist als nächster Schritt ein neues (Wiener) Prostitutionsgesetz fällig. Zumindest hierfür hat man einen Schluss aus dem gescheiterten Projekt gezogen. Hebein: “Alle Beteiligten setzen sich jetzt an einen Tisch zusammen und bringen ihre Erfahrungen ein.”
Anrainer protestieren jeden Freitag mit Fackeln
Die steht von neun Uhr abends bis sieben Uhr in der Früh.” Gabriele Schön kennt die junge Frau, die Freitagabend auf der Felberstraße in Netzstrümpfen und mit weißen Lackstiefeln um Kundschaft buhlt. Gleich gegenüber versammeln sich die Mitglieder der Bürgerplattform Felberstraße mit Fackeln. “Im Auto schläft der Zuhälter, der aufpasst, dass die Mädchen auch arbeiten”, erzählt Schön. Die Anrainerin und ihre Mitstreiter kennen die Problematik des Straßenstrichs. Im Juni 2010 schlossen sie sich zusammen, “um dafür zu sorgen, dass die geltenden Gesetze eingehalten werden”. Doch niemand würde sich daran halten. “Jetzt reicht es”, sagt Schön kämpferisch.
Jeden Freitag marschieren die Anrainer den Sündenpfuhl entlang. “Symbolpolitik” nennen sie das. Für mediale Aufmerksamkeit ist gesorgt. Nur von der Politik werde man ignoriert. Die Polizei-Razzien bringen kurzfristige Entlastungen. Eine echte Lösung sei nicht in Sicht.
Quelle: kurier.at
Wahl nicht zu stoppen: Porno-Rocker wird Ersatzrichter in Einsiedeln
Heute Abend steht er wieder mit seiner Band auf der Bühne: Roland Lutz (48/SVP), Informatiker und Familienvater. Der Auftritt werde «courant normal», sagt er gegenüber Blick.ch. Das heisst: Mit riesigen Plastik-Penissen bewaffnet über die Bühne stürmen, oder im Borat-Tanga Songs spielen, deren Texte meist vom Bereich unter der Gürtellinie handeln.
Morgen wird er dann ein Gläschen Weisswein zu sich nehmen und mit den Parteikollegen auf seine Wahl als Ersatzrichter im Bezirk Einsiedeln anstossen. Da er der einzige Kandidat ist, steht der nämlich nichts mehr im Weg – auch wenn dies einige Personen im Wallfahrtsort gerne anders sehen würden (Blick.ch berichtete).
Nach dem die lokale SP einen Beschwerdebrief im Einsiedler Anzeiger publizierte, wurde auch Martin Ziegler, Präsident des Schwyzer Kantonsgerichts darauf aufmerksam. Und er intervenierte gemäss «Bote der Urschweiz» beim Bezirksrat. Denn: Die Stelle als Ersatzrichter sei nicht vorschriftsgemäss ausgeschrieben worden.
Bezirksammann Beat Bisig winkt gegenüber Blick.ch ab: «Wir haben die Wahl im ‹Einsiedler Anzeiger› publiziert.» Ob diese dagegen im Amtsblatt Schwyz hätte publiziert werden müssen, sei nicht ganz klar. Auch Regierungsrat Peter Reuteler beschwichtigt gegenüber Blick.ch. «Wir sehen keinen Grund, zu intervenieren.»
Einige wollten ihr Stimmcouvert zurück
Der Bezirksammann sagt denn auch: «Seither haben wir nichts mehr von einer Beschwerde gehört.» Es habe nur einzelne Personen gehabt, die ihr bereits abgegebenes Stimmcouvert zurück verlangt hätten, nach dem sie vom Privatleben des künftigen Richters gehört hätten.
Die Wahl von Roland Lutz könnte nächste Woche zwar noch für kurze Zeit angefochten werden. Aber: «Eine Beschwerde hätte nur marginale Chancen», sagt Regierungsrat Peter Reuteler zu Blick.ch. «Wenn sich sogar die Richter darüber streiten, ob die Stelle ordnungsgemäss ausgeschrieben worden ist.»
Reuteler findet, man sollte der Wahl mit einer «gewissen Gelassenheit» begegnen. Gehe eine Beschwerde ein, werde Lutz noch nicht vereidigt. Ob die Wahl dann wiederholt werden müsse, sei Sache des Verwaltungsgerichts.
Roland Lutz selbst nimmt die ganze Posse betont locker. Er habe viele Reaktionen auf seine Kandidatur erhalten, «90 Prozent davon waren positiv». Wird er die Wahl im Borat-Tanga auf dem Dorfplatz feiern? Er lacht: «Hättet ihr wohl gerne!»
Quelle: blick.ch
Buntes Treiben im Pornoland
Die Tore der grössten und mittlerweile einzigen Erotikmesse der Schweiz in Basel sind geöffnet. Erste Eindrücke vom Markt der Lüste am Rheinknie.
Während drei Tagen ist Basel das Erotik-Mekka der Schweiz. Schon am Eröffnungsabend strömten hunderte in die St.-Jakob-Arena, wo am Wochenende zum wiederholten Mal die Verkaufsmesse für Erotikartikel über die Bühne geht.
Extasia-Sprecher Arnold Meyer rechnete im Vorfeld der Messe mit gegen 10 000 Eintritten. Ein erster Augenschein am Freitagabend zeigte, dass auch dieses Jahr vorwiegend Männer auf dem Markt der Lüste flanieren. Die Zahl der Frauen und Paare steigt laut Meyer aber jedes Jahr.
Ein Grund, warum es sich laut den Veranstaltern lohnt, an die Messe zu kommen, ist, dass an der Extasia die Pornostars hautnah erlebt werden können. Sie geben Autogramme, performen in Live-Shows oder lassen sich mit ihren Fans ablichten. Aber auch das Angebot an Erotikartikeln kann sich sehen lassen. Sextoys in allen Farben und Formen, Gleitmittel, Dessous und Filme werden angeboten. Auf zwei Bühnen finden Erotikshows statt. Auch die Fetisch Anhänger kommen nicht zu kurz: Bunte Schuhe, Lack- und Lederanzüge, Handschellen oder Peitschen – für alle Vorlieben lässt sich etwas finden.
Quelle: 20min.ch
Porno in der Schweiz: Nur noch das Milieu macht den Reibach
Die Sex-Branche jammert. Das grosse Geld könne man in diesem Geschäft nicht mehr verdienen. Wie schlimm ist es wirklich? Und welche Rolle spielt das Internet?
Dieses Wochenende wird die Erotikmesse Extasia in Basel wieder gegen 10 000 Besucher anziehen. In der St.-Jakob-Arena versucht die Branche ihre Produkte an den Mann zu bringen und immer mehr auch an die Frau: die Zahl der Pärchen ist steigend. Doch wie steht es eigentlich um das Erotik-Geschäft* in unserem Lande? Verkauft sich Sex wirklich fast von alleine?
«Überhaupt nicht», lautet die Antwort der Branchen-Leute übereinstimmend. «Diese Zeiten sind schon lange vorbei», so Patrik Stöckli, Inhaber des «Erotik-Markts». Viele, die vor 20 Jahren oder so ins Business eingestiegen seien, hätten sich in die Finger geschnitten. Thomas Scheurer vom Verlags- und Handelshaus Libosan.ch, der sein Geld ebenfalls mit Erotik macht, meint: «Die Erotik-Branche wird in der Schweiz masslos überschätzt.» Milliarden verdiene man nur im Geschäft mit der Prostitution, mit Erotik sei es heute schwierig Geld zu erarbeiten. Beweis dafür ist eine Meldung des Sexartikel-Konzerns Beate Uhse, der Anfang Woche mitteilte, man erwarte einen operativen Verlust in einer Spanne von 13 bis 15 Millionen Euro.
Wie viel wird in der Schweiz verdient
Trotzdem gibt es die Erotik-Branche immer noch und sie erzielt weiter Gewinne, auch wenn dies heute «harte Knochenarbeit» sei. Wie viel Geld die einzelnen Firmen abwerfen, will aber niemand verraten.
Immerhin geben die Erotik-Leute Schätzungen ab. Scheurer glaubt, im Schweizer Erotik-Geschäft würden weniger als 50 Millionen Franken pro Jahr umgesetzt; Stöckli spricht von 100 Millionen. Die Zahlen sind wohl auch so unterschiedlich, weil es schwierig ist, Erotik zu definieren. Während für Scheuerer lediglich Porno-Filme, Sexspielzeuge und Sex-Heftli dazuzählen, verkauft Stöcklis «Erotik-Markt» unter Streetwear auch Hosen. Zudem wird in der Schweiz in entsprechenden Shops Geld mit Unterwäsche gemacht. Zählt man diese zu den Umsätzen der Erotik-Branche, müsste man laut Scheurer H&M-Dessous ebenfalls berücksichtigen.
Das Internet muss als Sündenbock herhalten
Aber egal, wie nun gerechnet wird, über sinkende Zahlen beklagen sich fast alle. Und es ist auch klar, was daran schuld ist: Erotikplattformen im Internet, auf welchen einschlägige Filme gratis konsumiert werden können.
Wie viel tatsächlich im Internet auf der Suche nach Erotik gesurft wird, ist schwierig zu sagen. Auch hier gibt es nur Untersuchungen und Schätzungen. Laut einem Bericht von netzwelt.de ist etwa 35 Prozent des gesamten Datenverkehrs im Internet Pornografie, 25 Prozent aller Suchanfragen sind pornografischer Natur. Entsprechende Webseiten verzeichnen exorbitante Wachstumszahlen.
Der Schweizer Produzent Lars Rutschmann, welcher auch für Orgazmik.ch arbeitet, bestätigt: «Vor drei Jahren hatte ich pro Tag etwa 500 Besucher auf meiner eigenen Seite, heute sind es rund 3500.» Er ist der Meinung, dass sich die Branche in der Schweiz dem Markt anpassen müsse. Seit längerem etwa seien Vintage-Pornos sehr beliebt (Filme mit Handlung und viel Haar, vorzugsweise aus den 1970er-Jahren) und dann müsse man solche eben halt auch anbieten.
Die Extasia wird es noch lange geben
Trotzdem: Wer alles Online erhält, bequemt sich selten oder gar nie in Erotik-Shops – dies liegt auf der Hand. Weshalb gibt es aber die Extasia noch und wie lange noch? Extasia-Sprecher Arnold Meyer gibt zu, mit der Messe nicht das grosse Geld zu machen. Dies tut er mit grossen Tanzveranstaltungen. Den Höhepunkt hatte die Extasia Mitte der Nuller-Jahre. Damals kamen bis zu 25 000 Besucher. Dieses Jahr werden zwischen 8000 und 10 000 erwartet. Allerdings: «Wir kommen raus, die Extasia ist immer noch rentabel», so Meyer. Viele Besucher kämen trotz Internet, weil sie hier die Pornostars live erleben könnten, in Aktion sähen und Fotos mit ihnen schiessen dürften. Deshalb wird es die Erotikmesse wohl weiter geben. In Basel wurden Verträge bis 2012 unterzeichnet. Zudem werden laut Meyer zusätzliche Orte, die auch neben Basel in Frage kämen, geprüft.
*Prostitution gehört nicht dazu
Quelle: 20min.ch
Frauenhandel auf dem Balkan: Verraten und verkauft
Armut, Rechtlosigkeit und Korruption unterstützen den Frauenhandel auf dem Balkan, Das Geschäft boomt. Mädchen und Frauen aus dem Ostblock sind gefragt: Sie sind gefügig, sprechen kaum Deutsch und kennen ihre Rechte nicht. Sie sind zudem immer jünger. Die Brutalität in diesem Geschäft nehme zu, warnen Hilfsorganisationen.
Von Karla Engelhard, ARD-Hörfunkstudio Wien
Anna ist heute Mitte zwanzig. Sie ist groß, schlank, hat lange schwarze Haare und große dunkle Augen. Vor Jahren lebte sie in einem kleinen rumänischen Dorf. Ihre Freundin nahm sie mit zu Bekannten in die Stadt. Sie versprach Anna ein besseres Leben irgendwo in Europa: Wenig Arbeit, viel Geld.
Sie sei in ein Haus gebracht worden, wo schon andere Mädchen untergebracht waren, erzählt Anna. Zwei Tage habe man sie nicht schlafen lassen, denn alle halbe Stunde sei jemand ins Zimmer gekommen, um sie wach zu halten. Dann seien zwei Männer gekommen und hätten sie aufgefordert, sich auszuziehen und Alkohol zu trinken. Als sie nicht wollte, habe einer gesagt: “Wir können alles mit Dir tun! Wir haben für Dich bezahlt, und Du willst doch am Leben bleiben?”
Ein Video mit Angelina Jolie
Anna hat als Zwangsprostituierte in verschiedenen europäischen Ländern gearbeitet. Wo genau, kann sie nicht sagen. Inzwischen hat sie den Absprung geschafft. Doch in ihr Heimatdorf in Rumänien traut sie sich nicht zurück. Stattdessen macht sie ihre Geschichte öffentlich – zur Abschreckung. Gemeinsam mit dem US-Filmstar Angelina Jolie drehte Anna ein Video gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution auf dem Balkan. Damit verdiente sie Geld – für einen Neuanfang. Sie gehört nun zu den wenigen Zwangsprostituierten, die einen Ausstieg geschafft haben
Bei dem lukrativen Geschäft des Menschenhandels sind vor allem Frauen und Mädchen aus dem ehemaligen Ostblock eine gefragte Ware, denn sie gelten als unterwürfig, freizügig und gut aussehend. Die meisten sprechen keine Fremdsprachen und kennen ihre Rechte nicht. Die Opfer stammen beispielsweise aus Russland, Rumänien, Moldau oder Serbien. Armut, Rechtlosigkeit und Korruption in den Herkunftsländern begünstigen die kriminellen Machenschaften.
Tausende Zwangsprostituierte in Deutschland
Die kriminellen Netzwerke sind grenzübergreifend. Hilfsorganisationen und Europol berichten, dass Mädchen wie Drogen gehandelt würden. Ein- bis dreitausend Euro koste ein Mädchen, je nach Alter und Schönheit. Das sei in etwa das Geld, das eine Prostituierte in ein bis zwei Tagen anschaffen könne. Den Menschenhändlern und Zuhältern brächten die Frauen und Mädchen jährlich Millionen Euro ein.
Allein in Deutschland sollen sich nach Schätzungen 10.000 bis 30.000 Mädchen und Frauen aufhalten, die zur Prostitution gezwungen werden. Mit der Osterweiterung der Europäischen Union können viele von ihnen legal nach Europa einreisen. Auf der Suche nach Arbeit und Glück sind sie eine leichte Beute für Zuhälter und Menschenhändler.
Gemeinsam gegen Menschenhandel
Langsam wächst das Problembewusstsein und die Bereitschaft, Frauenhandel zu bekämpfen, auch auf der politischen Bühne des Balkans. So erklärte Serbiens Innenminister Ivica Dacic jüngst, dass es sich nicht nur um sexuellen Missbrauch handele, sondern auch um Arbeitssklaverei, Zwangsarbeit, Zwangsbetteln und sogar um Handel mit menschlichen Organen. Bislang gebe es allerdings noch nicht viele Strafanzeigen in diesem Zusammenhang. Jede einzelne Tat stelle aber eine große Verletzung der Menschenrechte dar und erniedrige vor allem Frauen, die in erster Linie die Opfer von Menschenhandel seien.
Erstmals sitzen nun im Kampf gegen Frauen und Menschenhandel in Serbien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina lokale Frauenorganisationen, Polizei und Justiz gemeinsam an einem Tisch. Sie wollen gemeinsame Strategien entwerfen, um zu verhindern, dass Frauen weiter zu Ware werden – wie Anna und ihren Schwestern.
Quelle: tagesschau.de
Junge Ungarinnen ins Sex-Geschäft gezwungen
Sie waren blutjung, leicht zu manipulieren, stammten aus ärmlichen Verhältnissen, hatten geringe Schulbildung und waren sozial kaum verwurzelt. Und sie ließen sich nach Deutschland locken in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Doch für drei Frauen aus Ungarn endete der Traum von Geld in einer Falle. Von einem Landsmann wurden sie in mehreren deutschen Städten als Prostituierte ausgenutzt und ausgebeutet, verprügelt und bedroht.
Der Mann, der den gesamten Dirnenlohn einkassierte, ein 30-jähriger Ungar, bekam gestern die Quittung: Wegen schweren Menschenhandels, Zuhälterei, Körperverletzung und Bedrohung verurteilte ihn die dritte Strafkammer beim Landgericht unter Vorsitz von Richter Karl-Heinz Haeusler zu fünfeinhalb Jahren Haft. Zwei der Ungarinnen waren gerade mal 18 Jahre alt, als sie im März von Beamten des Kriminalkommissariats 1 aus einer Lechhauser Bordellwohnung regelrecht befreit wurden. Sie sprachen kaum Deutsch, durften keinerlei Kontakte zur Außenwelt haben, mussten den Freiern rund um die Uhr zur Verfügung stehen, sämtliche Sexualpraktiken dulden.
Janos K., der Angeklagte, hatte die Frauen mit zwei Helfershelfern lückenlos überwacht. Spurten die Frauen nicht, wurden sie verprügelt, in einem Fall mit einem 30 Zentimeter langen Fleischermesser bedroht. Abwechselnd mussten sie in Oldenburg, in Regensburg und in Augsburg arbeiten. Nachdem bei Routinekontrollen im Rotlichtmilieu der Verdacht auf Menschenhandel aufkam, hörte die Kripo die Telefone von Janos K. und seinen Helfern ab. Was die Beamten hörten, genügte, um den Ungarn zu verhaften. Die drei Frauen, die nach den polizeilichen Vernehmungen wieder in ihre Heimat gereist waren, sollten gestern auch als Zeuginnen vernommen werden. Doch alle Versuche, sie über Interpol zu laden, schlugen fehl. So suchte das Gericht nach einer einvernehmlichen Lösung.
Staatsanwältin Tanja Horvath, Verteidiger Akos Kricsfalussy, Nebenklageanwältin Marion Zech und die Richter handelten einen „Deal“ aus, mit dem der Angeklagte einverstanden war. Er legte ein Geständnis ab und entschuldigte sich. 30 000 Euro hatten die drei Frauen, wie die Kripo errechnete, als Prostituierte verdient. Kein Cent blieb ihnen. Bis zu 100 Euro am Tag zahlte Janos K. für die Miete, den Rest schob er selbst ein und überwies das Geld nach Ungarn.
Gewalt und Schläge
Schamlos, so sagte Staatsanwältin Horvath, habe K. die Hand aufgehalten und alle Regeln mit Gewalt und Schlägen durchgesetzt. Für seinen Verteidiger hat der Fall „nur Verlierer“ hinterlassen: den Angeklagten, die Frauen und – moralisch – auch die Freier, die die Dienste der Dirnen in Anspruch nahmen. In der Urteilsbegründung charakterisierte Richter Haeusler Janos K. als einen Mann „mit einem feinen Gespür, wie man Menschen ausnutzt“. Die Frauen hätten „einen Teil ihrer Jugend verloren“.
Quelle: augsburger-allgemeine.de
Sly’s Jungendsünde: Firma versilbert Sylvester Stallones Porno

Startete seine Filmkarriere in einem Softporno, dessen Rechte nun verkauft wurden: Sylvester Stallone (Foto: Kurt Krieger)
Als Rambo metzelte sich Sylvester Stallone ab 1982 durch amerikanische Wälder, vietnamesische Dschungel und afghanische Hochebenen.
In Rocky schickte er seit 1976 reihenweise die besten Faustkämpfer der Welt auf die Bretter und ging als Italian Stallion in die Filmgeschichte ein.Bei seinem Leinwanddebüt 1970 musste sich Stallone jedoch mehr in der Horizontalen beweisen.
Im Softporno “The Party at Kitty and Stud’s” oder “Randy – Die Sexabenteuer des Sylvester Stallone”, wie das Werk auf Deutsch betitelt wurde, stand der Godfather of Action zum ersten Mal vor der Kamera und zeigte sich so, wie Gott ihn schuf. Nun könnten wir eine Neuauflage des schlüpfrigen Filmstoffs erleben.
Stallone startete als Randy, bevor er zu Rocky und Rambo wurde
Das könnte uns tatsächlich blühen, weil die Manager von Bryanston Distributors, die bisherigen Rechteinhaber, Kasse gemacht haben. Für über 410.000 Dollar haben die Firmenbosse die Filmrechte an “Italian Stallion” an den Mann gebracht. 1976 wurde Slys erotisches Abenteuer unter seinem berühmten Rocky-Kampfnamen abermals vermarktet, um durch die gewonnene Popularität des Schauspielers nochmals abkassieren zu können.
Den Verantwortlichen dürfte ein Stein vom Herzen gefallen sein, endlich einen Käufer gefunden zu haben. Eigentlich wäre das Geschäft schon 2009 unter Dach und Fach gewesen. Aber da Interessent MGM in finanzielle Schieflage geriet, platzte der Deal. Dass Sly in einer Neuverfilmung abermals als Hauptdarsteller vor der Kamera agieren wird, bleibt allerdings schwer zu bezweifeln.
Quelle: kino.de
Frauen im gesamten Kanton erhalten “Porno-Post”
Hunderte Briefe mit obszönem Inhalt wurden seit November 2009 an Frauen im Kanton Aargau verschickt. Besonders der Osten ist betroffen. Die Polizei vermutet hinter dem Absender einen älteren Mann.
Über 400 Briefe wurden versendet, die bei mehreren hundert Opfern eingetroffen sind. Einige davon haben mehrfach, teilweise bis zu 20 Schreiben erhalten. Stets auf dem normalen Postweg. Die auf üblichem Papier von Hand verfassten Texte sind ausnahmslos obszön. Teilweise hat der Unbekannte auch unsittliche Zeichnungen angefertigt oder pornografische Fotos aufgeklebt, wie die Aargauer Kantonspolizei am Freitag mitteilte.
Die Polizei geht davon aus, dass es sich beim Urheber der Briefe um einen eher älteren Mann handelt. Er sucht sich seine weiblichen Opfer wahrscheinlich an belebten Orten im Raum Baden/Wettingen aus und stellt ihnen nach. Setzen sich die Betroffenen in ein Auto, notiert er sich das Kontrollschild, wie die Polizei weiter informiert. Anhand dessen ermittelt er dann anhand eines Autoindex den Halter. Handelt es sich dabei um einen Mann, richtet der Täter das Schreiben an die Ehefrau.
Quelle: suedkurier.de
Wer illegale Prostituierte freit, soll mindestens 200 Franken Busse zahlen
Als erster Kanton will das Tessin Freier büssen. Das soll sie vor dem Verkehr mit illegalen Sexarbeiterinnen abschrecken.

Brisanter Gesetzesvorschlag: Der Kanton Tessin will Freier, die mit illegalen Prostituierten Verkehr haben, büssen.
Die Tessiner Behörden ziehen die Schrauben im Rotlichtmilieu weiter an. Seit dem 1. Oktober erteilen sie keine Kurzaufenthaltsbewilligungen mehr für Kabaretttänzerinnen von ausserhalb der EU (TA vom 13. Oktober). Nun planen sie gar eine schweizerische Premiere: Sie haben ein Gesetz in die Vernehmlassung geschickt, das Freier verpflichtet, die Legalität von Prostituierten zu überprüfen. Wer bei einer Sexarbeiterin oder einem Sexarbeiter ohne gültige Papiere erwischt wird, soll künftig eine Busse von mindestens 200 Franken bezahlen müssen. Diese Bestimmung ist Teil eines ganzen Katalogs, mit dem das Tessin das bald zehnjährige Gesetz über Erotiklokale und Prostitution erheblich zu verschärfen gedenkt.
Bereits heute gibt es im Tessin eine Meldepflicht für Prostituierte. Gut 800 Frauen aus dem horizontalen Gewerbe sind derzeit registriert. Fast ebenso hoch dürfte jedoch die Zahl jener Prostituierten sein, die sich nicht melden wollen – oder nicht melden können, weil sie sich illegal in der Schweiz aufhalten. Bei ihnen wollen die Behörden durchgreifen, weil sie hier besonders oft schmutzige Geschäfte wie Menschenhandel und Ausbeutung orten. Die Bussen gegen die Kunden illegaler Prostituierter zielt weniger auf das Portemonnaie als auf die Abschreckung. Die Angst vor peinlichen Kontakten mit der Polizei oder gar vor Bussenzetteln im Briefkasten soll die Freier davon abhalten, die Dienste von Illegalen in Anspruch zu nehmen.
Italiener schätzen Diskretion
Neu will der Kanton auch eine Bewilligungspflicht für Striplokale und Bordelle einführen. Zudem soll die Polizei künftig Kontrollen und Hausdurchsuchungen in diesen Etablissements auch ohne richterliche Bewilligung vornehmen dürfen. Schliesslich legt der Kanton Zonen fest, in denen keine solchen Betriebe zugelassen sind: Darunter fallen Wohnquartiere, Pärke sowie Gebiete in der Nähe von öffentlichen Gebäuden, Schulen, Kirchen und Friedhöfen.
Die Prostitution ist im Tessin besonders verbreitet, weil viele Norditaliener die diskreteren Bordelle und Saunaklubs dem verbotenen Strassenstrich in ihrem Land vorziehen. Allerdings beginnen sich immer mehr Tessiner Gemeinden gegen die Umwandlung von Hotels und Bars in Bordelle zu wehren. Bisher mussten sie dazu auf die Bau- und Zonenordnung mit den entsprechend langwierigen Verfahren zurückgreifen. Neu soll ihnen die Bewilligungspflicht helfen.
Das Milieu nimmt solche Restriktionen aber nicht einfach hin. Gegen die Schliessung von Bordellen gibt es immer wieder Rekurse. Verschiedene Nachtklubbetreiber sind entschlossen, die neue Praxis bei den Kurzaufenthaltsbewilligungen bis vor Bundesgericht anzufechten. Ob es Widerstand gegen die vorgeschlagenen Bussen für Freier gibt, wird sich in der Vernehmlassung und in der politischen Debatte zeigen.
Quelle: tagesanzeiger.ch
Räuber will Prostituierte freikaufen
Villingen-Schwenningen – Vor dem Landgericht Konstanz wird seit gestern ein Raubüberfall auf den Prohoga-Großmarkt in Schwenningen aufgearbeitet. Als Haupttäter ist ein 30-jähriger Mann aus Donaueschingen angeklagt.
Bei dem Überfall wurden 12 000 Euro erbeutet und drei Personen verletzt. Ein 23-jähriger Cousin des Angeklagten muss sich unter anderem wegen Beihilfe zu der Tat vor Gericht verantworten.
Der 30-jährige Angeklagte hatte den Überfall bereits bei der Polizei eingeräumt. Gestern gab er als Motiv die große Liebe zu einer Prostituierten an. Er habe sie aus dem Milieu holen wollen und sogar noch bei Verwandten Geld geliehen. Die Frau habe ihm ihre Liebe erklärt, ihm täglich SMS geschickt und ihn immer wieder treffen wollen, berichtete er.
Als sie ihm eröffnet habe, dass sie von ihm schwanger sei, habe er alles getan, um sie von der Prostitution abzubringen. Denn er habe den Gedanken nicht ertragen, dass sie in diesem Zustand mit anderen Männern verkehrte. Doch die Frau habe ihm erklärt, sie werde von ihrem Zuhälter unter Druck gesetzt. Er sei völlig verzweifelt gewesen.
Ungeladene Luftdruckpistole mitgenommen
Nach einem Einkauf mit zwei Cousins in dem Lebensmittelgroßmarkt fiel ihm auf, dass es einfach sein müsse, sich aus einer der angeblich unbewachten Kassen zu bedienen. Deshalb habe er sich am frühen Abend das Motorrad seines 23-jährigen Cousins ausgeliehen und sei nach Schwenningen gefahren. Dort habe er das Kennzeichen verdeckt, sich mit einem Tuch und einer Schildmütze maskiert und die ungeladene Luftdruckpistole mitgenommen. Die Waffe habe er nur zur Abschreckung mitgenommen, und “damit ich ernst genommen werde”, behauptete er.
Nachdem er bereits etliche 50-Euro-Scheine aus einer der Kassen genommen hatte, habe eine Angestellte gefragt: “Soll das ein Überfall sein?” Als sie ihm die Scheine aus der Hand reißen wollte, schlug er ihr die Pistole auf den Kopf. Die Frau erlitt eine Kopfprellung und eine Platzwunde, die genäht werden musste. Einer zweiten Angestellten schlug er das Telefon aus der Hand, mit dem sie gerade die Polizei rufen wollte, und eine dritte rannte er beim Hinausrennen um.
Seiner Angebeteten übergab er später 4000 Euro aus der Beute. Zwei Wochen nach der Tat wurde er festgenommen.
Eine eingeschränkte Steuerungsfähigkeit des Angeklagten zur Tatzeit schloss ein Sachverständiger gestern aus. Sein 23-jähriger Cousin, der ihm das Motorrad geliehen hatte, bestritt jegliche Tatbeteiligung. Ihm hatte der Hauptangeklagte 1000 Euro aus der Beute überlassen, weil das Motorrad, das er angeblich mit Schlüssel und Helm einfach bei Schwenningen hatte stehen lassen, nie wieder aufgetaucht war.
Das Urteil soll am Donnerstag verkündet werden.
Quelle: schwarzwaelder-bote.de


























